Höfner Committee Electric, Nr. 2956, Bigsby, 1959, Einzelstück

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Höfner Committee Electric, Nr. 2956, Bigsby, 1959, Einzelstück

Instrument:
Höfners Committee und ihr deutsches Pendant, die 470, sind allesamt legendäre Sammlerstücke und das Beste, was Höfner jemals gebaut hat. Die Committee wurde 1953 von Selmer London in England eingeführt und bis 1969 für den britischen Markt gebaut. Handwerklich extrem aufwändig und perfekt, bis heute unerreicht, waren diese Gitarren damals mit ihrem extrem hohen Preis nur sehr gut betuchten Käufern vorbehalten, entsprechend wenige wurden insgesamt verkauft. Als Option mit deftigem Aufpreis stand damals die Ausrüstung mit einem echten Bigsby-Vibrato anstatt des Höfner-Vibratos zur Verfügung, nur wenige Käufer orderten dies und entsprechend selten sind solche Originale heute. Unsere Committee hat die Seriennummer 2956 und wurde 1959 gebaut.

Material:
Hier wurde ohne Kompromisse nur das Feinste verbaut, was der Holzlieferant Kollitz und das Höfner-eigene Sägewerk zu bieten hatten. Die Decke besteht aus feinjähriger, bookmatched verarbeiteter massiver Alpenfichte, Seiten und Boden aus massivem, wunderschön gezeichnetem Vogelaugenahorn. Der inkl. Kopfplatte durchgehend gearbeitete Hals besteht aus insgesamt fünf längs verleimten Holzstücken: Außen und innen Ahorn, dazwischen zwei Streifen Mahagoni, der Halsfuß ist passend angeschäftet. Aufwändiger geht es nicht. Natürlich ist hier schon ein Halseinstellstab eingebaut. Das Ebenholz-Griffbrett hat echte Blüten-Perlmutteinlagen in acht Bünden, seitliche Markierungen sowie feine weiße Zierstreifen. Auch die Ebenholz-Kopfplattenauflage hat Einlagen aus echtem Perlmutt im Blüten-Design. Der Bigsby-Saitenhalter ist schwer und massiv. Das originale Höfner-Schlagbrett ist aus schön marmoriertem, cremeweißem Perloid. Die Rollenbrücke ist voll kompensierbar mit einem Ebenholzfuß. Als Mechaniken dienen die bewährten, geschlossenen Einzelmechaniken von Kolb, später als Marke Roko vertrieben. Besonderes Highlight sind natürlich wie bei allen Committees die extrem aufwändig gearbeiteten Bindings. Bis zu zwölf Lagen in drei unterschiedlichen Perloid-Farben: Weiß, schwarz und cremeweiß meliert, auf der Rückseite laufen sie in das legendäre und einmalige Ornament in Blattform, welches bis heute bei keiner Seriengitarre nachgebaut werden konnte. Mehr Gitarrenbaukunst ging damals und geht bis heute nicht!

Elektrik:
Auf dieser Gitarre sind die aktuellen und extrem leistungsfähigen Höfner H515/B4 Humbucker verbaut. Sie werden über das bekannte Höfner Schaltelement gesteuert, jeder Pickup hat einen eignen An-/Aus-Schalter und Volumenregler, dazu den Solo-Rhythmus-Schalter. Angeschlossen wird über eine Standard-Klinkenbuchse in der unteren Seite.

Geschichte:
Die Geschichte der Gitarre ist wirklich bemerkenswert! Erstbesitzer war der englische Profimusiker C. Goodhew, der zwischen 1945 und 1980 in diversen Tanzkapellen und Bigbands spielte und in über drei Jahrzehnten tausende von Konzerten absolvierte, vorwiegend in den traditionellen Hotels und Clubs der „südenglischen Riviera“ in Seebädern wie Bornemouth, Weymouth, Eastbourne oder Brighton. Goodhew erfüllte sich im Alter von 50 Jahren mit dem Kauf der Committee einen lange gehegten Traum. Sie wurde als Sonderanfertigung bei Selmer in London mit folgenden Modifikationen bestellt: 1. Sehr breites Griffbrett mit 4,8 mm am Sattel und langer 66er Mensur. 2. Bigsby-Vibrato, dies gab es offiziell als Ausstattungsoption erst ab Mai 1961. 3. Speziell angeordnete Pickups (welches Modell, ist nicht bekannt, vermutlich Fuma). 4. Ausführung ohne Schlagbrett. Die Auslieferung der Gitarre erfolgte 1959. Sie war nicht die einzige, aber nach 1959 eine seiner Haupt-Bühnengitarren. Für ihn war sie kein Sammlerstück, sondern Arbeitsgerät und wurde in den Jahren weiter mehrfach modifiziert und modernisiert. In den siebziger Jahren erhielt die Gitarre z.B. gekapselte japanische Gotoh-Mechaniken. Die Bundstäbchen wurden mindestens ein Mal erneuert. Wesentlichste Änderung war jedoch der Umbau der Elektrik. Goodhew experimentierte lange mit verschiedenen Tonabnehmer-Modellen, war aber immer unzufrieden. Erst die Ende der Siebziger montierten Bartolini 70 Humbucker und die dafür speziell angefertigte Schalttafel stellten ihn schließlich zufrieden. Für die Bartolinis wurden die Deckenausschnitte vergrößert und später ein einfaches Schlagbrett grob angepasst. Der dreilagige Höfner-Perloidsattel wurde durch einen Knochensattel ersetzt. Kurz vor seinem Tod ließ Goodhew die Gitarre noch einmal komplett neu mit Klarlack überlackieren. Siehe Bild - in dieser Konfiguration bekamen wir die Gitarre. C. Goodhew starb Anfang der neunziger Jahre im hohen Alter, seine Instrumente gingen an den Sohn B. J. Goodhew, der aber als Hobbygitarrist alle nach und nach verkaufte. Die Committee wollte er zunächst in den Originalzustand versetzen und schrieb dazu am 18.6.1994 einen Brief an Höfner, Bubenreuth, um Kosten und Verfügbarkeit der Ersatzteile anzufragen. Der persönliche Antwortbrief von Christian Benker an ihn vom 22.6.1994 ist im Original erhalten – siehe Scan. Allerdings irrte Höfner sich damals mit dem Baujahr. Goodhew Jr. führte den Umbau jedoch nicht durch. Er verkaufte die Gitarre in den späten Neunzigern an einen renommierten deutschen Höfner-Sammler, der sie nicht spielte und auch den modifizierten Zustand nicht veränderte. Aber er schrieb zum Glück die gesamte Geschichte, wie sie Herr Goodhew Jr. ihm damals erzählte auf! Im Zuge der sukzessiven Sammlungsauflösung bekamen wir die Höfner letztes Jahr angeboten und sagten natürlich sofort zu. Wir freuen uns, dieses besondere Sammlerstück nach seiner Restauration hier anbieten zu können!

Restaurierungsarbeiten:
Wir haben lange überlegt, ob wir den komplett modifizierten Zustand lassen und damit C. Goodhew ehren oder die Gitarre als seltenes Höfner-Einzelstück soweit es geht wieder in einen authentischen Originalzustand versetzen sollten. Am Ende war uns die zweite Option wichtiger, auch weil die Modifikationen im Detail eher schlampig durchgeführt worden waren. Wie üblich wurde die Gitarre komplett zerlegt, gereinigt, der Korpus ausgeblasen und alle Lackflächen sorgfältig ballenpoliert. Das Griffbrett wurde abgezogen und geölt, die Bundstäbchen abgerichtet und poliert. Statt der japanischen Gotoh-Mechaniken kommt jetzt ein Satz originale Kolb-Mechaniken zum Einsatz, die breiten Bohrungen wurden aufgefüllt. Die weißen Bartolini-Pickuprahmen haben wir matt schwarz lackiert und zwei exakt passende, neue Höfner H515 Humbucker mit Diamond-Logo eingebaut. Eine authentische, neue Höfner-Schalttafel ersetzt nun den alten Selbstbau. Da wir kein transparentes Plexiglas-Schlagbrett auftreiben konnten, wurde ein wunderschönes, originales Höfner-Perloid-Schlagbrett aus den sechziger Jahren angepasst und montiert. Zum Schluss bekam die Gitarre noch neue 011er D‘Addario-Flatwounds und ein komplettes Setup spendiert.

Aktueller Zustand:
Natürlich ist die Geschichte der Gitarre einmalig. Die Vorstellung, wie viele Konzerte sie als langjähriges Profi-Arbeitsgerät bestritten hat, erzeugt schon ein wenig Gänsehaut. Aber vor allem ist es eine jetzt wieder 100% authentische Höfner Committee Electric mit der begehrten Frondose-Kopfplatte und dem wunderschönen, legendären Design. Rundherum eine traumhaft schöne Vintage-Gitarre. Der Gesamtzustand ist angesichts der Bühnenkarriere geradezu einmalig, natürlich auch durch die Lackierung, nach der die Gitarre kaum noch gespielt wurde. Es gibt daher nur wenige Gebrauchsspuren, der Lack ist rundherum neuwertig, auch über den abgespielten Stellen am Hals glatt und geschlossen. Nur auf der Decke und an wenigen Stellen gibt es winzige Dellen oder Kratzer, sowie 4-5 kleine Lackrisse. Wie viel sie einmal gespielt wurde, sieht man heute nur noch am Hals, dessen Farbe auf der Rückseite stellenweise bis zum 10. Bund abgespielt wurde. Die Spielbarkeit ist hervorragend, das angenehm breite Griffbrett ist vor allem für Gitarristen mit dickeren Fingern eine einmalige Gelegenheit und erlaubt sehr komfortabel z.B. auch Fingerstyle-Techniken. Der Klang ist sowohl akustisch, als auch verstärkt auf Profi-Niveau. Das eingespielte hochwertige Holz klingt in Verbindung mit den modernen Humbuckern außergewöhnlich gut: Warm, weich, laut und wunderschön differenziert, sowohl bei Sololinien als auch im schnellen Akkordspiel. Diese nicht originale, aber vollständig authentische Committee ist in ihrem aktuellen Topzustand eine einmalige Gelegenheit für Sammler und Player – und noch lange nicht reif für den Gitarren-Ruhestand. Alle Originalunterlagen wie den Benker-Brief bekommt der Käufer ausgehändigt.

Maße:
Länge über alles 107 cm; Länge Korpus 52 cm; Unterbug 44 cm, Taille 25,5 cm, Oberbug 31 cm; Zargenhöhe 8 cm; Mensur 66 cm (Sattel bis Steg); Breite Griffbrett am Sattel 4,8 cm, am 12. Bund 5,8 cm; Gewicht 3.205 g; Saitenabstand 12. Bund 2-3 mm.

Kauf und Zahlung:
Schicken Sie uns eine E-Mail an info@german-vintage-guitar.com, dann erhalten Sie umgehend Ihre Rechnung. Oder bestellen Sie einfach hier über den Shop. Wir freuen uns über eine Banküberweisung, denn diese ist im Gegensatz zur gebührenpflichtigen PayPal-Zahlung für Sie und uns kostenfrei.

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