Höfner 470 S, Linkshänder-Modell, 1967

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Höfner 470 S, Linkshänder-Modell, 1967

Instrument:
Höfners 470 und ihr britisches Pendant, die Committee, sind allesamt legendäre Sammlerstücke und das Beste, was Höfner jemals gebaut hat. Handwerklich extrem aufwändig und perfekt, bis heute unerreicht, waren diese Gitarren damals mit ihrem extrem hohen Preis nur sehr gut betuchten Käufern vorbehalten, entsprechend wenige wurden insgesamt verkauft. Linkshänder-Modelle gab es damals als Serie gar nicht – in einer Zeit, in der Linkshänder noch „umerzogen“ wurden, wurden lediglich eine Hand voll Einzelstücke verschiedener Modelle als Sonderbestellung gefertigt. Unsere 470 S hat im Korpus das Body Date 12/11.67. Es ist die einzige Linkshänder-470, von der wir jemals gehört haben.

Material:
Hier wurde ohne Kompromisse nur das Feinste verbaut, was der Holzlieferant Kollitz und das Höfner-eigene Sägewerk zu bieten hatten. Die Decke besteht aus feinjähriger, bookmatched verarbeiteter und massiver Alpenfichte, Seiten und Boden aus ebenfalls massivem, wunderschön geflammtem Ahorn. Der inkl. Kopfplatte durchgehend gearbeitete Hals besteht aus insgesamt elf längs verleimten Holzstücken: Außen geflammter Ahorn, dann zwei Streifen Mahagoni, zwei Streifen Ahorn, in der Mitte ein Streifen Palisander. Aufwändiger geht es nicht. Natürlich ist ein Halseinstellstab eingebaut. Der Halsfuß besteht aus den gleichen Hölzern und ist angesetzt. Das Ebenholz-Griffbrett hat natürlich echte Perlmutteinlagen und seitliche Markierungen in acht Bünden sowie feine weiße Zierstreifen. Auch die Ebenholz-Kopfplattenauflage hat Einlagen aus echtem Perlmutt. Der Escutcheon-Saitenhalter ist massiv und wie die gekapselten Schaller-Mechaniken vergoldet. Das Schlagbrett ist aus Plexiglas mit einer Besonderheit: Da Höfner nie seitenverkehrte Plexi-Schlagbretter gefertigt hat, wurde bei dieser Linkshändergitarre einfach ein Rechtshänder-Schlagbrett umgedreht, der hintere Zierstreifen auflackiert und das Logo aufgeklebt. Somit ist die Fasung am Rand nicht oben, wie üblich, sondern unten. Die Brücke besteht aus Ebenholz. Besonderes Highlight sind natürlich wie bei allen 470ern die extrem aufwändig gearbeiteten Bindings. Bis zu zwölf Lagen in drei unterschiedlichen Perloid-Farben: Weiß, schwarz und braun meliert, dazwischen noch ein Fichtenholzstreifen. Auf der Rückseite laufen sie in das legendäre und einmalige Ornament in Blattform, welches bis heute bei keiner Seriengitarre nachgebaut werden konnte. Mehr Gitarrenbaukunst ging damals und geht bis heute nicht!

Geschichte:
Wer der Erstbesitzer war und die Gitarre damals ab Werk bestellt hat, ist nicht bekannt, auch wie sie damals exakt aus der Höfner-Werkstatt kam, nicht. Aber dann war sie viele Jahre in einer Musikerfamilie: Sie gehörte dem Erfurter Musiker, Sänger und Comedy-Entertainer Jens Hellmann, Künstlername Vicky Vomit, einem Cousin der Silly-Sängerin Tamara Danz. Es gibt ein YouTube-Video (siehe Bild und Video), welches ihn mit der Gitarre im damaligen Zustand zeigt: Das Schlagbrett hatte er abmontiert, weil es ihn störte. Es fand sich später wieder, der Haltbügel leider nicht mehr. Saitenhalter war ein einfaches Framus-Modell von ABM-Müller. Ein zusätzlicher Gurtknopf war ausgeleiert und wackelig einfach in die Seite oberhalb des Halses geschraubt. Warum diese Umbauten vorgenommen wurden, ist nicht bekannt. Hellmann verkaufte die Höfner etwa um 2015 an einen bekannten deutschen Höfner-Sammler, der sie bei ihm zuhause in Erfurt abholte und von dem wir sie schließlich übernehmen konnten. Nach Schraublöchern und Druckstellen zu urteilen, sind die Schaller-Mechaniken, die weiße Halsstababdeckung und die Brücke original, wie auch das Plexi-Schlagbrett. Nur die verloren gegangenen Schlagbrett-Haltebügel und Escutcheon-Saitenhalter mussten wir durch passende Teile ersetzen.

Restaurierungsarbeiten:
Als erstes wurde die ziemlich verdreckte, aber insgesamt äußerst gut erhaltene Gitarre vollständig gereinigt, der Korpus ausgeblasen und alle Lackflächen aufwändig poliert. Das Griffbrett haben wir abgezogen und geölt, die Bundstäbchen abgerichtet und poliert. Auch Mechaniken, Schlagbrett und Brücke wurden vorsichtig gereinigt und aufgearbeitet. Natürlich haben wir den unpassenden, auf dieser Gitarre minderwertigen Framus-Saitenhalter entfernt und durch ein vergoldetes original Höfner-Ersatzteil ersetzt, ebenso den fehlenden Schlagbretthaltebügel. Das Bohrloch des unpassenden Gurtknopfes wurde geschlossen und retuschiert. Zum Schluss noch ein neuer Satz 011er Pyramid Bronze-Saiten und ein Setup – das wars schon.

Aktueller Zustand:
Natürlich ist diese Gitarre eine einmalige Chance für linkshändige Fans deutscher Nachkriegsgitarren! 470er und Committees sind ja schon sehr rar, als Linkshänder-Modell ist uns tatsächlich nur diese eine bekannt. Trotz ihrer 56 Jahre und sicherlich bewegter Zeiten im Hause Hellmann/Vomit hat sie so gut wie keine Spielspuren. Glücklicherweise nutze er sie nie als Bühnen- oder Tourinstrument. Ein paar winzige, kaum sichtbare Kratzer auf der Decke, die retuschierten Schraubenlöcher von Gurtknopf und Framus-Saitenhalter, die schon etwas „abgebeizte“ Vergoldung der Mechaniken – das wars. Alles andere ist makellos und natürlich wieder perfekt sauber und geruchsfrei. Optisch ist die Höfner absolute Spitze – sehr edel, mit beeindruckend schönen Materialien, äußerst geschmackvoll designt, ein blonder Traum mit schwarz-goldenen Akzenten. Aber die 470 ist nicht nur schön, sie spielt sich auch dank modernem Hals- und Griffbrettprofil sowie sehr niedriger Saitenlage kinderleicht, Bundstäbchen und Griffbrett sind perfekt. Dazu sorgt der große, massive 17-Inch-Korpus für reichlich Klangvolumen. Es dominieren weiche und sehr holzige Klänge, rundherum harmonisch und über das gesamte Frequenzspektrum gut ausgeprägt. Langes Sustain, schnelle Ansprache und reichlich Lautstärke – damit ist die Höfner äußerst durchsetzungsfähig, ohne jemals schrill oder blechern zu werden, egal wie fest man sie anspielt. Natürlich ist sie als erstes ein makelloses Sammlerstück, die Krönung jeder Höfner- oder Archtop-Sammlung und mit Sicherheit eine langfristig sichere Wertanlage, an der man nichts verlieren kann. Auf jeden Fall ist sie zu schade, nur in der Vitrine zu stehen, man sollte sie regelmäßig spielen. Und wahrscheinlich die einzige Chance für Linkshänder, an eine passende und vollständig authentische 470 zu kommen!

Maße:
Länge über alles 105 cm; Länge Korpus 52 cm; Unterbug 44 cm, Taille 26 cm, Oberbug 31 cm; Zargenhöhe 8 cm; Mensur 64,5 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,2 cm, am 12. Bund 4,9 cm; Gewicht 2.410 g; Saitenabstand 12. Bund 1,5 mm.

Kauf und Zahlung:
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