Manfred Pletz Jazz Cutaway, 1956

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Manfred Pletz Jazz Cutaway, 1956

Instrument:
Heute zu Unrecht fast vergessen, war der in Taunusstein-Bleidenstadt in unmittelbarer Nähe zu Hopf ansässig gewesene Gitarrenbaumeister Manfred Pletz einer der innovativsten und eigenständigsten Geister der deutschen Nachkriegsära. Z.B. war er der Lehrherr des Lakewood-Gründers Martin Seeliger. Und er hat für Hopf die legendären Modelle Saturn und Explorer in ihrer extrem individuellen Bauweise entwickelt und überwiegend auch selbst von Hand gebaut. Als unabhängiger Geist bediente er sich stilistisch bei allen Gitarrenbauern seiner Zeit und schreckte auch vor ungewöhnlichen Lösungen nicht zurück, wie die für ihn typische Befestigung geschraubter Hälse mit Möbel-Gewindeschrauben. Hier haben wir eine typische Jazzgitarre der fünfziger Jahre, die sich anhand mehrerer Details als echte Pletz ausweist: Kopfplattenform und –einlage, Form der Schalllöcher und des Halsfußes. „Echt Pletz“ ist auch, dass er Neubauer-Mechanikhülsen, Klira-Schlagbrett und kompensierte Höfner-Brücke verwendet. Alles sehr geschmackvoll zusammen gestellt. Im Inneren der Gitarre findet sich ein fast verblasster und nur noch teilweise lesbarer Stempel mit der Jahreszahl 1956. Pletz hat seine Gitarren niemals mit dem eigenen Namen versehen, auch diese nicht.

Material:
Die blonde Gitarre ist komplett aus Ahorn gefertigt, und nur Decke und Boden haben einen dezenten braunen Lackverlauf am Rand erhalten. Der Hals ist inkl. Kopfplatte durchgehend aus drei Streifen Holz verleimt, außen wieder Ahorn, innen Buche. Das Palisander-Griffbrett hat drei Perloideinlagen am 5., 7. und 12. Bund. Einen schönen Perloidkeil hat auch die an den Seiten schwarz lackierte Kopfplatte. Offene Messing-Mechaniken mit Neubauer-Kunststoffhülsen. Dazu ein braun marmoriertes Perloid-Schlagbrett in Reverse-Form mit seitlichem weißem Zierstreifen. Die Brücke besteht aus Palisander, der massive Saitenhalter ist von ABM-Müller und kam damals bei fast allen Marken zum Einsatz.

Geschichte:
Unbekannt. Die Gitarre stammt aus einer Haushaltsauflösung, der Entrümpler, mit dem wir schon lange zusammen arbeiten, bot sie uns an. Der nahezu makellose Zustand spricht aber dafür, dass sie nicht oft gespielt und immer pfleglich behandelt wurde. Mysteriös bleiben aber alte Schraublöcher am Saitenhalter, Schlagbrett und Halsfuß, als seien dort zeitweise andere Teile montiert gewesen. Vielleicht eine Tonabnehmerplatte? Wir werden es wohl nie mehr herausfinden…

Restaurierungsarbeiten:
Komplettreinigung, Korpus ausgeblasen, Mechaniken zerlegt, gereinigt und neu geölt, original Nitrolack mit Ballenpolitur in mehreren Durchgängen aufgearbeitet, Griffbrett und Bundstäbchen leicht abgezogen, Griffbrett eingeölt, Bundstäbchen poliert. Neue 11er Pyramid-Saiten montiert und ein Setup ausgeführt. Insgesamt war das sehr wenig Arbeit, die Gitarre war und ist in einem nahezu einmaligen Topzustand.

Aktueller Zustand:
Diese wunderschöne, blonde Pletz überzeugt mit ihrer sehr geschmackvollen Optik in verschiedenen Brauntönen. Ungewöhnlich für die damalige Zeit, in der Schwarz und Black Rose die Modefarben waren. Dazu die kinderleichte Spielbarkeit, rund 1,5 mm Saitenabstand am 12. Bund sind extrem wenig und 4,3 mm Griffbrettbreite am Nullbund sehr viel für eine Archtop dieser Zeit. Griffbrett und Bundstäbchen sind wie neu, der Hals ist kerzengerade. Auch sonst finden sich an der Gitarre praktisch keine Spielspuren. Angesichts des Alters von immerhin 67 Jahren ist dies wirklich bemerkenswert. Selbstverständlich gibt es keine Brüche, Risse oder sonstige Beschädigungen im Holz, alle Leimstellen sind bombenfest. Die Gitarre ist 100% geruchsfrei und sauber. Der Klang ist mittig und typisch für eine Jazzgitarre, aber keineswegs dünn und blechern, sondern voll, laut, sehr harmonisch und mit viel Holz im Klang. Sehr schön und deutlich über dem, was man von einer laminierten Gitarre normalerweise erwartet. Klanglich spielt die Pletz mindestens eine Liga über ihrer Bestimmung. In diesem Zustand ein wunderbar spielbares Instrument, fortgeschrittene Player werden überrascht sein, aber auch für Archtop-Einsteiger bietet sich die Pletz an: Sehr viel Leistung für wenig Geld!

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 52 cm; Unterbug 41,5 cm, Taille 25 cm, Oberbug 30,5 cm; Zargenhöhe 7,5 cm; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,3 cm, am 12. Bund 5,3 cm; Gewicht 1.990 g; Saitenabstand 12. Bund 1,5 mm, verstellbar.

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