Klira RW85/12 „Rancho“, 1979

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Klira RW85/12 „Rancho“, 1979

Instrument:
Eine späte Klira aus den letzten Monaten, bevor das Unternehmen Konkurs anmelden musste. Das Schallloch-Label trägt den Datumsstempel 79 3 22, also den 22. März 1979. Auf der Halsstababdeckung findet sich die Seriennummer 3.534, ihre Bedeutung ist heute leider nicht mehr bekannt. Dreadnought-Form mit modernem, gewölbten Rücken (Bowed Back).

Material:
Die gesamte Gitarre ist aus massiven Hölzern gebaut: Die Decke aus feinjähriger Alpenfichte, bookmatched verarbeitet, die Seiten und der Rücken aus schön geflammtem Ahorn. Der Rücken hat einen Mittelteil aus Palisander. Auch der Hals besteht aus zwei Teilen massiven Ahorns und ist mit einem mittigen Palisanderstreifen gesperrt. Die Kopfplatte ist nicht angeschäftet, sondern ebenfalls durchgehend mit dem Hals aus einem Stück gefertigt. Das schöne Palisandergriffbrett hat neun Rechteckeinlagen aus echtem Perlmutt. Aufwändige Ahorn-Echtholzbindings, mit mehrlagigen Zierstreifen eingefasst, das Griffbrett hat eine weißes Celluloid-Binding. Die Brücke besteht ebenfalls aus ostindischem Palisander mit zwei echten Perlmutteinlagen. Dreilagiges Schlagbrett aus Perloid. Gekapselte Einzelmechaniken.

Geschichte:
Eine kompromisslose High-End-Gitarre, leider kam die diese Qualitätsoffensive auch für Klira zu spät. 1979 wollte niemand mehr die alten deutschen Marken haben und solche hervorragenden Instrumente blieben in den Läden liegen. Es fragt sich auch, ob das Klira-Marketing mit dem Rebranding als „Rancho“ sowie der Dekoration des Schallloch-Aufklebers mit einem eher kindlich-naiven Cowboy-Reiter die richtige Sprache gefunden hat. Wir meinen, dass beides nicht zu dieser Premium-Gitarre passt, verstehen aber die Idee, denn Klira stand damals wirklich nicht für High-End-Instrumente. Kurios ist auch, dass der Beschrifter des Labels offensichtlich nicht auf die Kopfplatte geschaut und das Modell als „Rancher“, nicht „Rancho“ bezeichnet hat. Die Gitarre hat alle modernen Ausstattungsdetails und ist trotz ihrer 42 Jahre auf der Höhe der Zeit. Viel erlebt hat sie eher nicht, der Zustand lässt auf ein ruhiges Leben im Wohnzimmer schließen. Aus unerfindlichen Gründen fehlte die Stegeinlage. Wir bekamen sie von einem Sammler angeboten, der seine Bestände reduzieren musste und griffen sofort zu.

Restaurierungsarbeiten:
Gründliche Reinigung und Politur, Korpus ausgeblasen, Griffbrett leicht abgezogen und geölt, Bundstäbchen poliert, Mechaniken zerlegt, gereinigt und geölt. Auf der Kopfplatte war noch der originale Aufkleber des Musikgeschäfts angebracht, leider ziemlich zerfleddert und hässlich, daher haben wir ihn entfernt (siehe Bild). Eine Stegeinlage wurde angepasst und eingesetzt, die offenen Stellen an den Enden haben wir durch kleine Palisandereinlagen retuschiert. Abschließend wurden neue Saiten montiert und ein Setup durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Vor allem anderen besticht diese Gitarre durch ihren wirklich einmaligen Klang! Mächtig, laut, warm und holzig mit voluminösen Bässen, alles wunderbar harmonisch – hier stimmt einfach alles! Die hochwertigen massiven Hölzer sind natürlich der Grund dafür. Dies ist ohne Frage eine der klanglich besten zwölfsaitigen Gitarren, die je das Klira-Werk verlassen haben. Dazu die für eine zwölfsaitige Gitarre wirklich sehr einfache und komfortable Bespielbarkeit. Der schlanke Hals und die niedrige Saitenlage – 2 mm am 12. Bund – machen es möglich. Die Bauweise ist topmodern, z.B. baut Lakewood heute vergleichbare Korpusformen. Selbstverständlich gibt es keine nennenswerten Schäden, lediglich ein paar kleine Dellen auf der Decke, die helle Stelle auf der Kopfplatte und ein schmaler, heller Streifen neben dem Schlagbrett. Die hellen Stellen werden sich ohnehin im Laufe der Monate verlieren und nachdunkeln. Die Rancho ist natürlich 100% geruchsfrei und sauber! Die Originalmechaniken sind äußerst leichtgängig und stimmstabil. Griffbrett und Bundstäbchen sind einwandfrei und zeigen praktisch keine Abnutzung. Der Hals ist kerzengerade und hat einen Einstellstab. Die 42 Jahre alte Gitarre ist sofort uneingeschränkt spiel- und belastbar. Für ein vergleichbares, modernes Instrument muss man aktuell mindestens 1.000 € anlegen. Wer also eine einfach zu bespielende 12-string-Vintage-Gitarre mit Hammer-Klang und hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, kommt an dieser späten Klira nicht vorbei!

Maße:
Länge über alles 109 cm; Länge Korpus 50,5 cm; Unterbug 40,5 cm; Taille 28,5 cm; Oberbug 30 cm; Zargenhöhe 10 cm am Hals, 12 cm am Unterbug; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,7 cm, am 12. Bund 5,7 cm; Gewicht 2.350 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm.

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