Höfner 4500 E2, 1969

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Instrument: Die 4500 war eines der Höfner-Einstiegsmodelle mit wenig Zierrat. In Zeiten, in... mehr
Höfner 4500 E2, 1969

Instrument:
Die 4500 war eines der Höfner-Einstiegsmodelle mit wenig Zierrat. In Zeiten, in denen eine Gibson oder Fender unbezahlbar teuer war, bot diese Höfner zahllosen Amateurmusikern viel Qualität für wenig Geld. Es gab sie mit einem und zwei Pickups, meistens in dreifarbiger Sunburst-Lackierung, sehr viel seltener in der hier angebotenen schwarz-roten Black-Rose-Farbgebung. Das erfolgreiche Modell blieb fast zwanzig Jahre von 1965 bis 1984 im Programm. Unsere stammt aus dem Jahr 1969, der Pot-Code 459 bedeutet Woche 45 in 1969.

Material:
Die Gitarre ist voll laminiert, außen mit Ahorn- und innen mit Mahagonifurnier. Der zweiteilig längs verleimte Ahornhals ist inkl. Kopfplatte aus einem Stück gefertigt. Er hat einen Einstellstab und trägt ein Palisandergriffbrett mit jeweils drei Perloid-Punkteinlagen in fünf Bünden. Die schwarz lackierte Kopfplatte hat ebenfalls schöne Perloid-Einlagen, dazu passen Schlagbrett und Schalterplatte aus cremeweiß meliertem Perloid perfekt. Der massive Saitenhalter mit Tremolo zeigt ein stilisiertes Höfner-H. Um die Decke verläuft ein dickes, dreiteiliges Binding, um den Boden fast unsichtbar eines in Schwarz. Offene Mechaniken, voll kompensierbare Brücke.

Elektrik:
Hier haben wir den tausendfach bewährten Höfner-Standard: Zwei Typ 510 „Diamond“ Pickups, Single-Coils mit Doppelmagneten. Diese wurden von Franz Pix hergestellt und von Höfner zwischen 1961 und 1970 verwendet. Geregelt wird über die übliche, kleine Höfner-Schaltplatte mit zwei Volumenreglern mit „Teacup“ Knöpfen, Rhythmus-Solo-Schalter und jeweils Bass- und Höhenschalter. Es gibt praktischeres, aber so war es damals bei allen Höfner-Elektriks. Eine Standard-Klinkenbuchse sitzt in der unteren Seite.

Geschichte:
Die über 80 Jahre alte Vorbesitzerin hat uns am Telefon sinngemäß folgendes dazu erzählt: „Ich war ein wildes Hippie-Mädchen! Damals führten mein Mann und ich ein offenes Haus. Musiker, Künstler und allerlei buntes Volk gingen ein- und aus, u.a. auch die Musiker von Guru Guru und Joy Unlimited. Na ja, Sie können sich ja denken, was in den Siebzigern noch so angesagt war, wir haben nichts ausgelassen. Die Gitarre wurde irgendwann einfach bei uns vergessen, plötzlich stand sie da, kaputt, keiner kannte sie und der Besitzer hat sich nie mehr gemeldet. Möglicherweise ging das Bewusstsein bzw. die Erinnerung an die Gitarre beim Besitzer auch im dichten Marihuana-Nebel verloren… (lacht). Später schafften wir sie dann auf den Dachboden und dort blieb sie 40 Jahre. Mein Mann ist inzwischen verstorben und weil ich das Haus jetzt verkaufe, ist die Gitarre mir beim Aufräumen wieder in die Hände gefallen, ich hatte sie völlig vergessen, das war ein sehr emotionaler Moment. Eigentlich kann ich sie Ihnen gar nicht verkaufen, denn sie gehört mir ja nicht. Aber nach vierzig Jahren brauchen wir wohl nicht mehr mit dem Besitzer zu rechnen (lacht).“ Wie das kleine Händlerschildchen belegt, wurde die Höfner ursprünglich wohl neu in einem Nördlinger Musikgeschäft verkauft. Der Enkel der Dame fand uns dann im Internet und so kauften wir die Gitarre gerne an. Der Hals war aus dem Halsschuh gekommen, die originale Befestigung mit einer Gewindestange defekt. Ansonsten gab es aber keine größeren Schäden.

Restaurierungsarbeiten:
Wir haben die Gitarre aufwändig gereinigt und alle Lackflächen poliert. Der vermutlich etwas grobmotorische Erstbesitzer hat offenbar mit einem Messer jeweils am 3., 5., 7. und 9. Bund „Markierungen“ seitlich ins Holz des Halses gekratzt – anstelle von Side Dots. Unfassbar! Wir haben das sauber retuschiert und versiegelt. Die Halsbefestigung haben wir repariert und den Hals richtig ausgerichtet sauber eingeleimt. Hier wird sich nie mehr etwas lösen. Die Bundstäbchen wurden poliert, das Griffbrett leicht abgerichtet und geölt. Die nach der langen unbenutzten Zeit kratzigen und verharzten Potis haben wir gereinigt und gängig gemacht. Da die zwei Originalknöpfe bereits am bröckeln waren, haben wir stattdessen passende Höfner-Ersatzteile eingebaut. Ein neuer Satz Saiten wurde montiert und eine Grundeinstellung vorgenommen.

Aktueller Zustand:
Was für eine Geschichte! Wir sind froh, dass die Höfner diese wilden Zeiten überlebt hat und wir ihr nun einen Neustart ermöglichen konnten. Gute 4500er sind inzwischen schon ziemlich selten, vor allem in der Black-Rose-Lackierung. Viele dieser Einsteigergitarren wurden rücksichtslos verschlissen, verbastelt und später entsorgt. Nach der Überholung ist sie nun wieder in Topzustand und praktisch 100% original. Die alten „Sidedots“ sind retuschiert und stören nicht mehr. Griffbrett und Bundstäbchen sind perfekt und gut für weitere Jahrzehnte. Diverse winzige Kratzerchen und kleinste Dellen fallen rundherum nicht auf und sind für eine 53 Jahre alte Gitarre gar nichts. Sie lassen sich auch nicht fotografieren. Man sieht deutlich, dass die Höfner rund 40 Jahre gar nicht benutzt wurde. Selbstverständlich ist die Gitarre wieder blitzsauber, geruchsfrei und ohne Mängel oder Schäden. Die Saitenlage ist niedrig, die Thinline spielt sich kinderleicht. Die 510er Pickups haben volle Leistung und machen reichlich Dampf, hier geht von Rockabilly über Shadows mit viel Tremolo bis hin zu samtweichen Jazzklängen eigentlich alles. Die 4500 ist überraschend vielseitig. Ein Sammlerstück für Höfner- und Thinline-Fans, aber auch eine tolle und individuelle Gitarre für anspruchsvolle Player.

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 52 cm; Unterbug 42 cm; Taille 25 cm; Oberbug 31 cm; Zargenhöhe 5 cm; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,3 cm, am 12. Bund 5,1 cm; Gewicht 2.600 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm (verstellbar).

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