Höfner 173 Solid, 1970

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Höfner 173 Solid, 1970

Instrument:
Die 173 war eines der erfolgreichsten Höfner E-Gitarren-Modelle und über 10 Jahre von 1962 bis in die siebziger Jahre gebaut. Sie erinnert mit ihrer Form und den drei Single-Coils natürlich stark an die Fender Stratocaster. Aufgrund der in den Sechzigern fast unerschwinglich teuren US-Marken war die 173 eines der gesuchtesten Musikerinstrumente – bei Profis und Amateuren gleichermaßen – und in unzähligen Bands auf der Bühne.

Material:
Der Korpus ist aus Erle gefertigt und hat hier eine wunderschön ausgeführte, dreifarbige Sunburst-Lackierung. Der Hals besteht aus einem massiven Stück Ahorn, durchgehend inkl. Kopfplatte und ist schwarz lackiert. Er hat einen vom Korpus leicht zugänglichen Einstellstab. Das Griffbrett ist aus dunklem Palisander mit Perloid-Punkteinlagen in neun Bünden. Es hat wie üblich keinen Nullbund. Offene Einzelmechaniken mit Tulpen-Griffen. Die stimmstabile, massive Tremoloeinheit ist versenkt und unsichtbar unter einer vorderen (Metall) und einer hinteren (Kunststoff) Abdeckplatte verborgen.

Elektrik:
Die drei Single-Coil-Pickups sind der Typ 513, auch „Blades“ genannt. Ein von Franz Pix 25 Jahre lange gebauter Höfner-Klassiker und für viele Gitarristen die mit Abstand besten Tonabnehmer von Höfner. Jeder hat einen eigenen An-Aus-Schalter und eine eigene Tonregelung. Dazu gibt es noch einen Master-Volumenregler. Das ist sinnvoll und intuitiv leicht zu bedienen und erlaubt insgesamt sieben unterschiedliche Pickup-Kombinationen – das Maximum. Angeschlossen wird an eine moderne Standard-Klinkenbuchse.

Geschichte:
Diese 173 wurde ihrem italienischen Besitzer 1970 von seinen Eltern geschenkt und blieb dann 51 Jahre bis 2021 bei ihm. Sie hat ein durchaus bewegtes Leben in diversen Bands hinter sich und als sie am Ende elektrisch nicht mehr spielbar war, wurde sie uns angeboten. Denn inzwischen waren alle drei Tonabnehmer defekt, die Gitarre brummte nur noch, der Halspickup gab als letzter noch leise, hohle Töne von sich und die Potis brachten kaum mehr als nerviges Kratzen zustande. Außerdem klebten womöglich fünf Jahrzehnte Dreck auf ihr… Da die Gitarre aber vollständig original und unverbastelt war, übernahmen wir sie trotzdem gerne. Nicht ohne das Versprechen an den alten Herrn, ihm nach der Restaurierung einen Satz Bilder sowie Tonaufnahmen zu schicken.

Restaurierungsarbeiten:
Wir haben die Gitarre komplett in alle Einzelteile zerlegt. Alle Lackflächen wurden sorgfältig gereinigt, retuschiert und ballenpoliert. Das Griffbrett haben wir abgezogen, geschliffen und geölt, die Bundstäbchen abgezogen und poliert. Die Mechaniken wurden zerlegt, gereinigt und neu geölt, alle Hardwareteile gereinigt und poliert, die Rollenbrücke gefettet. Die völlig verrosteten Mechanikhülsen wurden durch Neuteile aus den frühen Sechzigern ersetzt, alle verrosteten Schräubchen abgedreht und poliert. Und dann die Elektrik: Alle drei Pickups haben neue Wicklungen erhalten, diverse kalte Lötstellen, kaputte Kondensatoren und marode Kabel wurden erneuert, die verbogene Klinkenbuchse ausgetauscht sowie alle vier Regler zerlegt und ihre Kontaktbahnen abgezogen und gereinigt. Schließlich wurden noch neue Saiten montiert und ein Setup durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Vor allem anderen muss der Klang der 173 erwähnt werden: So einen Kracher haben wir in 30 Jahren nicht gehabt! Das ist mit Abstand die lauteste, giftigste und rockigste Höfner 173, die wir jemals gehört haben. Die neu gewickelten Pickups klingen fantastisch und blasen alles weg. Das sind Blades in Perfektion! Durch die Höhenverstellbarkeit der Tonabnehmer über volle 12 mm ist der Biss zudem noch voll einstellbar – besser geht’s nicht, wir haben einen Mittelweg gewählt. Auch der Rest der Elektrik funktioniert nun wieder einwandfrei. Korpus und Hals haben nur sehr wenig Patina, ein kleiner Lackriss hinten, winzige Kratzerchen an den Seiten und rundherum, angesichts einer fünf Jahrzehnte gespielten Rockgitarre ist das aber geradezu verschwindend wenig und auch nicht zu fotografieren. Griffbrett und Bundstäbchen sind aufgearbeitet und fit für viele Jahre Einsatz, die Mechaniken arbeiten zuverlässig. Bis auf einzelne Elektrikbestandteile ist die Gitarre im Originalzustand und optisch 100% authentisch. Sie ist standfest, stabil und voll funktionsfähig. Dabei wieder blitzsauber und geruchsfrei, die Lackflächen glänzen wie neu. Es bestätigt sich wieder einmal, dass fettiger Dreck und Nikotin gut konservieren. Mit einer sehr tiefen Saitenlage von 1-2 mm am 12. Bund spielt sie sich kinderleicht und eignet sie auch für Flitzefinger. Player, die eine herrliche Vintage-Solid-Body mit Hammer-Klang suchen, sind hier genau richtig. Aber in diesem Zustand ist sie auch in jeder Sammlung gut aufgehoben. Es gibt billigere 173er, aber keine bessere!

Maße:
Länge über alles 98 cm; Länge Korpus 46 cm; Unterbug 33 cm, Taille 22 cm, Oberbug 28 cm; Zargenhöhe 3,5 cm; Mensur 64 cm (Sattel bis Steg); Breite Griffbrett am Sattel 4,3 cm, am 12. Bund 5,2 cm; Gewicht 3.140 g; Saitenabstand 12. Bund 1-2 mm, verstellbar.

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