Höfner 4574 „Verythin“, 1966

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Höfner 4574 „Verythin“, 1966

Instrument:
Die 4574 ist bis auf das Label baugleich mit der berühmten, in Großbritannien „Verythin“ genannten Gitarre. Ausschlaggebend ist hier der nur 3 cm dicke Korpus. Unser Modell dürfte trotz der britischen Kopfplatte aber die deutsche Version sein, denn es fehlt das Selmer-Schalllochlabel und zudem wurden die britischen Verythins bereits 1965 auf ausschließlich florentinische Cutaways (mit spitzen Enden) umgestellt. In Deutschland war das Modell ein Dauerläufer aus dem oberen Bereich der Produktpalette und wurde von 1960 bis 1976 gebaut. Es gab bis Mitte/Ende der sechziger nur zwei Farben: Brown Sunburst und Cherry Red, wie unsere Gitarre. Verythin und 4574 gehören heute zu den bekanntesten, gesuchtesten und inzwischen legendärsten Höfner-Vintage-Modellen. Damit nicht annähernd vergleichbar sind die aktuell von Höfner angebotenen, in China gefertigten Contemporary-Modelle aus dem niedrigpreisigen Bereich der Modellpalette.

Material:
4574 und Verythin sind immer laminiert. Die Decke aus Fichte, Seiten und Rücken aus geflammtem Ahorn. Hier transparent in Kirschrot lackiert. Aufwändige, bis zu sechslagige Bindings um Korpus, Schalllöcher, Hals und Kopfplatte. Der Hals besteht aus drei längs verleimten Teilen Ahorn, inkl. Kopfplatte durchgehend gefertigt. Er hat einen Einstellstab und ein Palisandergriffbrett mit wunderschönen, siebenfach weiß und braun quer gestreiften  Perloid-Rechteckeinlagen in sechs Bünden. Die Kopfplatte mit Ebenholz-Auflage ziert das bekannte, einmalig schöne Glockenblumen-Motiv und der Höfner-Schriftzug im britischen Stil, alles aufwändig aus Perloid eingelegt. Schwarz gebeizte Palisanderbrücke mit Metalloberteil, voll kompensierbar. Offene Schaller-Einzelmechaniken mit Celluloid-Griffen, massiver Lyra-Saitenhalter, vierlagiges Schlagbrett.

Elektrik:
Kern sind die beiden hundertfach bewährten Typ 511 „Staples“ Tonabnehmer, hier brandneu und in perfekter Qualität. Baugleich mit Höfners Doppelspulen-Humbucker, die von 1963 bis 1967 in unzähligen Gitarren verwendet wurden. Diese Tonabnehmer sind mit das Beste, was Höfner in Bezug auf Tonabnehmer auf die Beine gestellt hat. Gesteuert wird mit einem Dreiweg-Kippschalter zur Tonabnehmerwahl, einem Master-Volumenregler und je einem Tonregler pro Pickup. Mehr braucht es nicht für vielseitige Sounds und einfache, intuitive Bedienung.

Geschichte:
Diese Gitarre hat ein sehr bewegtes Leben hinter sich! Sie wurde 1965 neu in einem Hamburger Musikgeschäft gekauft und danach rund 15 Jahre vorwiegend in Norddeutschland als Hauptgitarre des semiprofessionellen Musikers auf unzähligen kleinen Bühnen eingesetzt, durch Proberäume geschleppt, an befreundete Musiker verliehen und wirklich endlos gespielt. Währenddessen musste sie diverse Umbauten und Optimierungen über sich ergehen lassen, so wurden die Pickups gewechselt, die Schaller-Mechaniken ersetzt, das Schlagbrett entfernt usw. usw. Am Ende schickte man sie in Rente, nicht ohne ihr vorher noch alle verwendbare Hardware zu entnehmen. Derart ausgeschlachtet hing sie dann rund 10 Jahre als Wandschmuck in einer Kellerbar. Um 1990 erwartete die Frau des Gitarristen dann späten Nachwuchs. Ein Freund bot sein gut erhaltenes Kinderbett im Tausch gegen die Gitarre an und übernahm die Höfner. In den Folgejahren versuchte er mit wenig Geld und Sachkenntnis, sie wieder spielbar zu machen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. So stand sie nahezu 30 Jahre als Dauerprojekt überwiegend nur herum, bis man sie uns 2021 zum Kauf anbot. Da uns die Geschichte und der Spirit der Gitarre sofort begeisterten, übernahmen wir sie gerne und haben sie nun aufwändig restauriert. So dürfte sie nun zum ersten Mal seit rund 40 Jahren wieder voll einsatzfähig sein.

Restaurierungsarbeiten:
Die stark nikotinverdreckte Gitarre wurde zunächst vollständig gereinigt, der Korpus gründlich ausgeblasen. Alle Lackflächen wurden aufwändig retuschiert und poliert. Griffbrett und Bundstäbchen – beides erstaunlich gut erhalten – haben wir abgezogen, das Griffbrett geölt, die Bundstäbchen abgerichtet und poliert. Die Elektrik mussten wir komplett neu aufbauen mit zwei neuen Höfner Staples-Pickups, modernen Reglern (die man ja nicht sieht), originalen Höfner New-Old-Stock Reglerknöpfen und einer neuen Klinkenbuchse. Nur der Tonabnehmer-Wahlschalter war von der Elektrik noch vorhanden… Ein passender, alter Lyra-Saitenhalter von ABM-Müller, ein originales Höfner-Schlagbrett einer anderen 4574, originale Höfner-Mechaniken aus den sechziger Jahren und eine kompensierbare Brücke kamen aus unseren Beständen. Die Gurtknöpfe sind noch original. Abschließend haben wir noch neue 10er Pyramid Nickel Saiten montiert und eine Grundeinstellung durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Diese wunderschöne High-End Höfner sprüht vor Zeitgeist und einmalig schönen Spielspuren. Solche Gitarren sind die Vorbilder für moderne, aufwändig künstlich gealterte Gitarren, aber echte Patina ist einfach nicht zu kopieren! Der Korpus hat vor allem auf der Decke unzählige winzige Kratzerchen und Dellen, schön krakelierte Mikro-Lackrisse, die Gitarre glänzt nach der Politur rundherum aber wieder wunderbar. Sie ist ein absoluter Hingucker, wunderschön designt bietet sie herrlichen Sixties-Zeitgeist, ist aber trotzdem auf der Höhe der Zeit. Sie spielt sich kinderleicht und Griffbrett und Bundstäbchen sind neuwertig. Mit ihren 2,2 kg ist sie ein Leichtgewicht, welches auch lange Bühnenaufenthalte rückenschonend ermöglicht. Der Klang ist phantastisch! Schon unverstärkt völlig ausreichend fürs Üben zuhause. Hängt man sie an den Verstärker, zeigt die moderne Technik ihre Stärke – der Sound ist überwältigend! Knackig, volltönend, sehr modern, pfeilschnelle Ansprache, langes Sustain, fette und voll tragende Töne bis in die obersten Lagen. Dabei ist sie richtig vielseitig – von Rock bis Jazz, von laut bis leise, von Plektrum bis Fingerstyle geht wirklich alles. Wir behaupten, dass eine vergleichbare 66er Gibson ES in dieser Qualität mindestens das Zehnfache kosten würde! Der Zustand ist hervorragend, selbstverständlich gibt es keinerlei Schäden, Risse oder Brüche, alles funktioniert perfekt. Unsere 4574 ist kein makelloses Sammlerstück, aber eine einmalige Rockgitarre, die in eine Band und auf die Bühne gehört. Rockgeschichte und zugleich ein herrliches Workhorse, um jeden Tag Spaß zu haben!

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 48 cm; Unterbug 42 cm, Taille 24,5 cm, Oberbug 31 cm; Zargenhöhe 3 cm; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Sattel 4,3 cm, am 12. Bund 5,3 cm; Gewicht 2.250 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm.

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