Klira Lady Thinline, 1964

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Instrument: Mid-of-the-range Modell von Klira, Bubenreuth. Eine klassische deutsche Thinline,... mehr
Klira Lady Thinline, 1964

Instrument:
Mid-of-the-range Modell von Klira, Bubenreuth. Eine klassische deutsche Thinline, mit einem Cutaway und typischer Sixties-Lackierung in knallrot. Die Lady war eines der am längsten gebauten Modelle von Klira, es gab sie in diversen Varianten.

Material:
Der Korpus ist komplett aus laminiertem Ahorn gefertigt. Auch der Hals besteht aus Ahorn, er ist dreiteilig längs verleimt und hat einen Einstellstab. Das Griffbrett ist aus Palisander mit fünf schönen Perloid-Trapezeinlagen. Die Kopfplattenauflage in typischem Klira-Design besteht aus cremefarben marmoriertem Perloid mit schwarzem Celluloid-Keil. Offene Mechaniken. Um Korpus, Schalllöcher und Hals wurden dicke, teils mehrlagige Bindings verbaut. Massiver Saitenhalter mit stimmstabiler Tremoloeinheit. Voll einstellbare Brücke mit abnehmbarer Abdeckung (Ashtray).

Elektrik:
Drei der legendären Fuma-Single-Coil Pickups wurden mit einer weit verbreiteten Schaller-Schaltung kombiniert. Hier war die Werksausstattung schon wenig sinnvoll, denn die Schaltung war auf zwei Tonabnehmer ausgelegt und der dritte, mittlere einfach mit dem Stegpickup zusammengeschaltet. Damals galt einfach, je mehr Tonabnehmer desto besser. Egal wie sinnig das war. Hier mussten wir heftig eingreifen: Heute ist das über ein Push-Pull-Volumenpoti getrennt gelöst, so sind alle sieben Pickup-Kombinationsmöglichkeiten verfügbar, dazu eine Alle-Aus-Position. Tonregelung über einen Vierfach-Vorwahlschalter.

Geschichte:
Wir können nur ahnen, was die Gitarre erdulden musste. Denn als wir sie bekamen, war es ein bemitleidenswerter Haufen Schrott und selbst wir haben lange überlegt, ob wir uns daran wagen. Die Elektrik war ohne Funktion. Zur Schaltung der Pickups hatte ein Vorbesitzer drei Kippschalter oberhalb des Griffbretts eingebaut. Der eigentliche Pickup-Wahlschalter war stillgelegt. Leider wurden dabei diverse Anschlüsse verwechselt und/oder zu heiß verlötet, also verbrannt. Kabel waren verschmolzen, Masse und Plus teils vertauscht. Kurz: Es ging nichts. Als Mechaniken waren unpassende, ganz billige Fernost-Modelle neuester Bauart montiert, Mechanikhülsen und Halsstababdeckung fehlten. Die Leimstelle des Halsschuhs war aufgegangen, der Hals mit einer dicken Spaxschraube schief in den Korpus geleimt. Als Brücke diente eine chinesische Böckchenbrücke. Saitenhalter und Tremolo waren mehrfach durchbohrt, die Bohrungen mit dicken Gewindemuttern und Unterlegscheiben abgedeckt, der Tremolohebel fehlte. Eine weitere, dicke Spaxschraube wurde als Gurtpin verwendet. In diesem Zustand kreiste die Gitarre offenbar einige Jahre per eBay durch verschiedene Gitarristenhände, bevor sie uns dann zufällig übergeben wurde. Wir hatten sie lange herumliegen, da eine wirtschaftliche Reparatur ausgeschlossen war, brauchte es viel guten Willen, bis wir uns schließlich doch einen Ruck gaben und die Klira restaurierten. Verdienen werden wir an dieser Gitarre keinen Cent mehr, aber sie ist es wert, weiterzuleben.

Restaurierungsarbeiten:
Halsschuh neu mit Hals verleimt, mit Holzdübel unsichtbar verstärkt. Halsschuh und Halstasche neu aufgebaut, Hals korrekt eingeleimt und ebenfalls mit verstecktem Holzdübel (anstelle der Spaxschraube) verstärkt. Hier wird nie mehr etwas aufgehen. Die Halsrückseite wurde neu schwarz lackiert, das Dübelloch durch einen neuen Gurtknopf verdeckt. Passende Mechaniken, Mechanikhülsen und Halsstababdeckung aus unserem Bestand montiert. Bundstäbchen abgezogen und poliert, Griffbrett geschliffen und geölt. Elektrik neu aufgebaut: Um alle drei Pickups getrennt und in allen Kombinationsmöglichkeiten ansteuern zu können, haben wir den Volumenregler durch einen Pull-Push-Regler ersetzt und wieder den originalen Reglerknopf montiert. Eine genaue Bedienungsanleitung legen wir dazu. Alle Lötstellen überarbeitet, defekte Kabel ersetzt, die drei Kippschalter entfernt, den originalen Wahlschalter wieder angeschlossen. Die drei Kippschalterlöcher haben wir geschlossen und retuschiert. Der Korpus wurde sorgfältig retuschiert, mehrere Lackrisse aufgefüllt und verleimt, das Innere ausgeblasen und schließlich der Lack mehrfach aufpoliert. Den zerstörten Saitenhalten haben wir entfernt und durch ein New-Old-Stock-Ersatzteil aus den frühen sechziger Jahren ersetzt. Ebenso die unpassende Brücke. Schließlich wurden noch neue Saiten montiert und ein Setup durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Nehmen wir es vorweg: Der wirklich überwältigende Klang der drei taufrischen Fuma-Pickups zusammen mit dem endlos eingespielten Thinline-Korpus war den Aufwand wert! Denn besser kann eine alte Thinline nicht klingen! Alles ist wieder stabil, solide und fest für die nächsten 55 Jahre. Natürlich hat die Gitarre ihre Narben, vor allem diverse unbedenkliche Lackrisse vorne und hinten. Wenn man aber weiß, wie das arme Ding vorher aussah, ist sie nicht mehr wiederzuerkennen. Sie spielt sich kinderleicht und sauber, lediglich die tiefe E-Saite hat oberhalb des 13. Bundes ein paar Dead Notes. Ansonsten funktioniert die Gitarre perfekt. Hat man sich an den Push-Pull-Regler gewöhnt, ist auch die Bedienung einfach und gewährt praktisch unendliche Klangvariationen. Ein toller Sixties-Player in authentischem Zustand mit einmaligem Sound in Topzustand und unendlich viel Spirit. Hier will ein echtes Workhorse wieder an den Start – ein Muss für Player.

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 51 cm; Unterbug 41,5 cm, Taille 27 cm, Oberbug 31 cm; Zargenhöhe 5 cm; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,2 cm, am 12. Bund 5,2 cm; Gewicht 2.760 g; Saitenabstand 12. Bund 2-3 mm, verstellbar.

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