Framus 5/120 Billy Lorento, 1960

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Framus 5/120 Billy Lorento, 1960

Instrument:
Die erste deutsche Signature-Gitarre: Framus 5/120 Billy Lorento (später bekannt als Bill Lawrence!) von Oktober 1960 (Stempel 60 K). Lackiert in Black Rose, aber mit schwarzem Center Stripe, das gab es nur sehr selten. Persönlich abgenommen und signiert vom Framus-Gitarrenbaumeister Richard Müller. Damals die Top-Of-The-Line E-Gitarre bei Framus und mit einem Preis von 490 DM, also knapp einem durchschnittlichen damaligen Monatslohn für die meisten Gitarristen unerschwinglich.

Material:
1960 wurde bei Framus noch nicht gespart, so ist auch bei dieser Gitarre nur das Beste verbaut worden. Massive Fichtendecke, einteiliger massiver Ahornrücken und Seiten ebenfalls aus Ahorn. Auch der Hals ist aus massivem Ahorn, er hat ein Palisander-Griffbrett mit sieben dicken Perloid-Einlagen und einen Halseinstellstab. Schöne, große Kopfplatteneinlage aus Perloid. Framus-Brücke aus schwarz gebeiztem Birnbaum mit einzeln verstellbaren Saitenreitern. Dicke Bindings um Korpus, Schalllöcher, Hals und Kopfplatte, um den Korpus dreilagig. Gekapselte Einzelmechaniken von Schaller mit Celluloid-Achsen. Massiver, vernickelter Saitenhalter mit Billy-Lorento-Gravur.

Elektrik:
Original Framus Tonabnehmerplatte, damals „Mischpult“ genannt, hergestellt von Schaller. Zwei Single Coils. Master-Volumen, –Höhen und –Bass, Tonabnehmerwahlschalter. Integrierte Standard-Klinkenbuchse an der Unterseite der Platte.

Geschichte:
Unsere Framus wurde Anfang 1961 von der Frau des Erstbesitzers als Geburtstaggeschenk für Ihren Mann im Musikgeschäft „Piano-Werner“ in Straubing gekauft. Der Aufkleber des Musikgeschäfts ist immer noch erhalten. Am 31.1.1961 bekam er die Gitarre zuhause in Regensburg zum 30. Geburtstag überreicht. Seine Frau war zum Kauf extra nach Straubing gefahren, denn er hatte sich schon mehrfach für eine in einem Musikgeschäft in Regensburg ausgestellte, schwarze Billy Lorento interessiert. Sie wollte bewusst vermeiden, dass diese dann aus dem Schaufenster genommen worden wäre. Natürlich war er glücklich mit dem Geschenk und behielt es 58 Jahre bis 2019. Er spielte anfangs auch in mehreren Tanzkapellen, als die Familie dann in den siebziger Jahren nach Würzburg umgezogen war, aber nur noch als Hobby zuhause. Im Sommer 2019 hat er uns die Gitarre zum Kauf angeboten, weil er mit nunmehr 88 Jahren nicht mehr spielen konnte. Er sagte uns, die Gitarre läge schon seit mehr als zehn Jahren unbenutzt auf dem Kleiderschrank (immer UV-geschützt in einer irgendwann später erworbenen Kunstlederhülle). Als wir uns einig wurden, bestand er darauf, gemeinsam mit seiner Frau zu uns zu fahren, um uns die Gitarre persönlich zu überreichen. Die beiden liebenswerten alten Herrschaften kamen schließlich im selbst gesteuertem Auto an einem Sonntag zu uns. Wir übernahmen das schöne Stück und ließen uns bei Kaffee und Kuchen natürlich gerne von beiden die ganze Geschichte im Detail erzählen.

Restaurierungsarbeiten:
Komplettreinigung innen und außen. Hals abgerichtet und Bundstäbchen poliert, Griffbrett geölt. Alle Lackflächen sorgfältig retuschiert und aufwändig ballenpoliert. Die vernickelte Hardware wurde hochglanzpoliert. Mechaniken zerlegt, aufgearbeitet und geölt. Da fünf von sechs der originalen Nylon-Mechanikachsen schon stark zerbröckelt waren und  Stücke daraus fehlten, haben wir neue, cremeweiße Kunststoffachsen auf die alten Mechaniken montiert. Abschließend haben wir 10er Pyramid-Saiten (Round Wound) aufgezogen und eine Grundeinstellung durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Dies ist ein seltenes Sammlerstück mit vollständiger Geschichte. Und darüber hinaus eine wunderbare, über sechzig Jahre alte High-End-Thinline in hervorragendem Zustand mit ein wenig authentischer Patina und tollem Klang. Wichtig: Das Griffbrett hat schon die neue und sich erweiternde Form. (Die frühen BL’s hatten nach Vorgabe von Willi Lorenz Stich bzw. Billy Lorento ein bis zum Halsende sehr enges und nach heutigen Maßstäben schwer zu bespielendes Griffbrett. Weil das nur schwer verkäuflich war, wurde es dann geändert.) Der Hals an sich hat ein schmales, sehr modernes D-Profil. Die Elektrik ist in perfektem Zustand, die Pickups taufrisch, alles störungsfrei, alle Regler leichtgängig. Der Sound reicht von warmen Jazzklängen bis zu knackigem Rockabilly und ist insgesamt sehr ausgewogen und holzig. So etwas gibt es nur bei jahrelang intensiv gespielten, alten Instrumenten. Die geschlossenen Framus-Mechaniken arbeiten perfekt. Ein paar Kratzer, ein paar kleine Dellchen, ein paar Spielspuren auf dem Schlagbrett – das ist insgesamt sehr wenig für 61 Jahre Gitarrenleben. Vor allem wurde hier nichts verbastelt und „optimiert“. Diese Gitarre kann jede Sammlung bereichern, es wäre aber schade, sie nicht zu spielen.

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 53 cm; Unterbug 44 cm, Taille 26 cm, Oberbug 32 cm; Zargenhöhe 5 cm; Mensur 63 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,1 cm, am 12. Bund 5,1 cm; Gewicht 2.700 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm.

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