August Neubauer, Einzelstück, 1955

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Instrument: August ist der unbekannteste und am meisten unterschätzte Gitarrenbauer der... mehr
August Neubauer, Einzelstück, 1955

Instrument:
August ist der unbekannteste und am meisten unterschätzte Gitarrenbauer der Neubauer-Dynastie. Gemeinsam mit seinem Bruder Anton gründete er 1955 die Neubauer-Werkstatt in Bubenreuth. Vorher arbeiteten beide für Arnold Hoyer. Unsere Gitarre dürfte eine der allerersten aus der neuen Werkstatt sein. Sie hat ein für damalige Verhältnisse und im Vergleich mit anderen Archtops sehr breites Griffbrett, deshalb gehen wir davon aus, dass sie als Einzelstück im Kundenauftrag gebaut wurde.

Material:
Die Gitarre ist in bester Geigenbauertradition fast komplett aus Ahorn gefertigt (Korpus und Hals). Das Griffbrett besteht aus schön gezeichnetem Palisander, die Brücke aus schwarz gebeiztem Birnbaum. Offene Messing-Mechaniken und wunderschöner, massiver Saitenhalter von ABM-Müller. Umfangreiche Bindings um Korpus, Schalllöcher und Hals. Schlagbrett und Griffbretteinlagen aus cremeweißem Perloid, zweifarbige schwarz-weiße Kopfplattenauflage aus Celluloid.

Geschichte:
Unbekannt. Wir fanden die Gitarre gut verpackt in der Rumpelkammer eines kleinen Musikgeschäfts, sie war ziemlich verbastelt und nicht komplett. Man hatte sie wohl vor Jahrzehnten einmal in Zahlung genommen.

Restaurierungsarbeiten:
Alle Lackflächen wurden gereinigt und aufwändig ballenpoliert, der Korpus ausgeblasen und von Jahrzehnte altem Staub befreit. Das Griffbrett haben wir abgezogen und geölt, die Bundstäbchen poliert. Die komplett schwarz angelaufenen Mechaniken wurden zerlegt, gereinigt, poliert und neu geölt. Die typischen, schwarzen Neubauer Kunststoff-Mechanikhülsen konnten wir genau so wieder einbauen. Das fehlende Schlagbrett haben wir durch ein passendes New-Old-Stock-Teil von Anfang der sechziger Jahre ersetzt. Die völlig unpassende Guss-Brücke wurde entsorgt und stattdessen eine wunderschöne und seltene Brücke des Herstellers ABM-Müller, gebaut etwa um 1960, aus unserem Kirschnek-Bestand montiert. Abschließend gab es noch neue 11er-Pyramid-Saiten und eine Grundeinstellung.

Aktueller Zustand:
Nach der Überholung sieht die Gitarre nun wieder wunderschön und hochwertig aus. Die Lackierung der Decke erinnert an alte Gibson-Archtops, der optische Auftritt ist stimmig und elegant, die weißen Akzente passen perfekt. Angesichts des Alters von fast siebzig Jahren ist die Gitarre fast unberührt. Eine Hand voll kleiner Macken auf er unteren Seite, einige völlig unbedenkliche Lackrisse und ein paar winzige Lösungsmittel-„Nasen“ auf der Rückseite des Halses – das war’s. Die tiefe E-Saite hat oberhalb des 10. Bundes einige Dead Notes. Da aber nur die wenigsten Player dort überhaupt greifen (zumal ohne Cutaway!), haben wir auf eine Vollrevision des Halses verzichtet. Aufgrund seines mit 4,8 cm am Nullbund sehr breiten Griffbretts ist diese schöne Neubauer ohnehin eine wunderbare Gelegenheit für Einsteiger und damit sollte der Bereich der hohen E oberhalb des 10. Bundes nicht interessieren. Alle anderen Saiten spielen sich fehlerlos, Bundstäbchen und Griffbrett sind einwandfrei. Der Klang ist voll, mächtig und ausgewogen, mit viel Holz und Bässen, sehr breit für eine Archtop. Damit und dem breiten Griffbrett könnte sie auch eine tolle Gitarre für Fingerpicker sein. Eine sehr seltene Rarität ist dieses Einzelstück ohnehin.

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 52 cm; Unterbug 41,5 cm; Taille 26,5 cm; Oberbug 30,5 cm; Zargenhöhe 8 cm; Mensur 64,5 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,8 cm, am 12. Bund 5,8 cm; Gewicht 2.170 g; Saitenabstand 12. Bund 3 mm (verstellbar).

Kauf und Zahlung:
Schicken Sie uns eine E-Mail an info@german-vintage-guitar.com, dann erhalten Sie umgehend Ihre Rechnung. Oder bestellen Sie einfach hier über den Shop.

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