Aschado Jazz, Alfred Schaufuß, 1953

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Instrument: Alfred Schaufuß, geboren 1904 in Adorf bei Markneukirchen, arbeitete ab 1924 als... mehr
Aschado Jazz, Alfred Schaufuß, 1953

Instrument:
Alfred Schaufuß, geboren 1904 in Adorf bei Markneukirchen, arbeitete ab 1924 als selbstständiger Gitarrenbauer. Aschado = Alfred Schaufuß Adorf. Er war einer der renommiertesten deutschen Zupfinstrumentenmacher und gehörte ohne Zweifel zu den Top Ten der damaligen Meister. Er blieb sein Leben lang in Markneukirchen und war später in führender Position bei der Musima angestellt, wo er bis weit nach seinem Rentenalter als leitender Qualitätskontrolleur arbeitete. Er starb 1986. Unsere Gitarre ist eine der ganz wenigen, die völlig ohne die von ihm gerne verwendeten, aufwändigen Perlmutteinlegearbeiten gefertigt ist, aber über die typischen Schaufuß-Merkmale verfügt: Wellenförmiger Sattel, ein das Schallloch nicht verdeckendes Schlagbrett, Kopfplattenform, flacher Halsfuß. Es zeigt sehr anschaulich, wie man sich damals angesichts großer Materialknappheit behelfen musste, aber trotzdem handwerkliche Spitzenklasse herstellte. Der Hals ist mittels Stauffer-Legnani-System nahtlos verschraubt.

Material:
Dicke, massive Fichtendecke, aus dem vollen Material von Hand geschnitzt. Auch der Rücken ist massiv und von Hand aus Ahorn geformt. Beide Teile haben die typische German-Carve-Form mit der Hohlkehle um die Ränder. Beim Rücken wurden an den Außenseiten jeweils zwei kleine Buchenstücke angesetzt, auch am Halsfuß findet sich ein Stück eingesetzte Buche – Stichwort Materialknappheit. Massive Ahorn-Seiten und massiver Ahorn-Halsfuß. Der Hals selbst ist inkl. Kopfplatte dreifach gesperrt. Er besteht aus Buche mit drei Ahornstreifen. Damit verfügt er inkl. Griffbrett über insgesamt sieben Leimfugen und ist damit praktisch verformungsresistent. Hier ist kein Einstellstab erforderlich. Das Griffbrett ist aus Palisander und hat fünf cremeweiße, rechteckige Celluloideinlagen. Gleiches Material auch bei der Kopfplattenauflage und dem Schlagbrett. Offene Mechaniken, perfekt vernickelter Saitenhalter, Ebenholz-Brücke mit Zierstreifen und Knochensteg, fünfschichtiger Celluloid-Sattel.

Geschichte:
Unbekannt. Wir erwarben die Gitarre von einem renommierten dänischen Sammler. Sie war spielbar und komplett, aber ansonsten in eher traurigem Zustand, die Lackflächen unrettbar ramponiert. Der Lack hatte rundherum flächendeckend unendlich viele Scharten und Dellen, als hätte man ihn stundenlang mit einem Schlüsselbund traktiert. Wir haben so etwas noch nie gesehen, können es uns nicht erklären und mussten jeden Rettungsversuch aufgeben. Eine kaputte, nicht originale Brücke war montiert und musste ersetzt werden.

Restaurierungsarbeiten:
Natürlich wurden solch „fehlerhafte“ Hölzer (siehe Buchenanschäftungen) damals lackiert, kein Gitarrenbauer wollte so etwas zeigen. Auch diese Aschado hatte eine Black Rose Lackierung, also den damals beliebten schwarz-roten Farbverlauf (siehe Foto). Wir mussten den völlig zerstörten Lack komplett abbeizen und haben ihn ausschließlich mit Polierlack sehr aufwändig wieder aufgebaut. Der Innenraum wurde gereinigt und ausgeblasen. Eine passende Brücke aus unserem Fundus wurde aufgearbeitet und montiert, die Stegeinlage aus Knochen gefertigt. Sowohl dies wie auch die Neulackierung haben den ohnehin schon guten Klang eindrucksvoll und deutlich verbessert. Alle Hardware-Teile wurden gereinigt, überholt und poliert. Vier kleine, nicht erklärliche Bohrlöcher im Schlagbrett haben wir geschlossen und retuschiert. Die Mechaniken wurden aufgearbeitet und neu geölt. Griffbrett und Bundstäbchen wurden abgezogen und geölt, bzw. poliert. Am Ende neue Saiten aufgezogen und ein Setup durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Wo soll man hier anfangen? Beginnen wir mit der wunderschönen Optik: Die Gitarre ist ein blonder Traum geworden, es dominieren die hellen Hölzer in perfekter Abstimmung mit den cremeweißen Details und den schwarzen Zierstreifen. Eleganter geht es nicht. Die Bauweise ist reine Handwerkskunst und qualitativ auf höchstem Niveau. Alles ist bombenfest und standhaft, gebaut für die Ewigkeit, aus allerbesten Materialien. Nach der Restauration ist der Zustand praktisch neuwertig und ohne Fehler. Die Gitarre ist geruchsfrei und blitzsauber. Alles funktioniert perfekt, bis hin zu den neuwertigen Mechaniken. Dank niedriger Saitenlage und flachem Halswinkel spielt sich die Gitarre butterleicht. Der Hals ist nicht zu kräftig und mit seinem flachen Griffbrettradius überaus angenehm zu spielen – kein Vergleich mit den berüchtigten, dicken deutschen „Baseballschlägern“. Griffbrett und Bundstäbchen sind perfekt, der Hals ist bolzengerade. Kommen wir nun zum Klang: Dieser ist nach Entfernung des dicken Lacks und Einbau des Knochenstegs geradezu einmalig! Ohne Zweifel mit das Beste, was wir in 25 Jahren von einer Jazzgitarre gehört haben! Laut, ausgewogen, harmonisch, viele Bässe, schnell ansprechend mit warmem, holzigem Klang und wunderbar eingespielt. Diese Gitarre kann ohne Einschränkung als Soloinstrument genutzt werden. Sie stellt mit ihrem 16“-Korpus auch fast jede größere in den Schatten – dies ist mit das Beste, was man heute als Jazzgitarre kaufen kann. In diesem Zustand ein Player für anspruchsvolle Kenner, aber auch allererste Wahl für Sammler, die Perfektion suchen! Aufgrund des Lacks nicht mehr original, aber wir behaupten – besser als vorher.

Maße:
Länge über alles 107 cm; Länge Korpus 51,5 cm; Unterbug 40,5 cm, Taille 25,5 cm, Oberbug 29,5 cm; Zargenhöhe 7,5 cm am Hals; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,3 cm, am 12. Bund 5,3 cm; Gewicht 2.300 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm, verstellbar.

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