Migma Thinline, DDR, 1960

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Migma Thinline, DDR, 1960

Instrument:
Aus welcher Werkstatt diese schöne, handgebaute Archtop stammt, ist nicht bekannt, sicher wurde sie aber von der Musikinstrumenten-Handwerker-Genossenschaft Markneukirchen vermarktet, kurz MIGMA. In vielen Details eine typische Vertreterin des ostdeutschen Schlaggitarrenbaus und wunderschön gearbeitet.

Material:
Der Korpus ist komplett aus laminierten Ahorn gefertigt. Der mittels Stauffer-Legnani-System mit dem Korpus verschraubte Hals ist fünfteilig längs verleimt: Außen Birnbaum, innen Ahorn, jeweils abgetrennt durch einen hellen Furnierstreifen, wahrscheinlich aus Erle. Durchgehende Kopfplatte mit wunderschön ausgearbeitetem Halsansatz. Breites Griffbrett aus herrlich gemasertem indischen Palisander mit seitlich angeordneten Perloid-Punkteinlagen. Palisander-Brücke, fein verzierte, offene Mechaniken. Perloid-Kopfplattenauflage mit zwei aufgeklebtem schwarzen Zierstreifen.

Geschichte:
Unbekannt. Kam als Teil einer größeren Sammlung zu uns.

Restaurierungsarbeiten:
Komplettreinigung, Korpus ausgeblasen, original Nitrolack von Korpus und Hals mit Ballenpolitur in mehreren Durchgängen aufgearbeitet. Griffbrett abgezogen und geölt, Bundstäbchen poliert. Überholung und Politur aller Hardware-Teile. Komplettaufarbeitung der Mechaniken. Neue Saiten montiert und Setup durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Als erstes erstaunt der volle, laute Klang – einigermaßen überraschend, wenn man den flachen Korpus mit seinen nur 5,5 cm Zargenhöhe betrachtet. Die Migma klingt genauso präsent und durchsetzungsfähig wie jede 8-cm-Archtop. Warm und ausgewogen, sehr holzig und wunderbar eingespielt. So einen Sound gibt es nur bei alten Gitarren. Als zweites fällt die perfekte Bespielbarkeit auf. Ein für die Zeit erstaunlich breites Griffbrett, moderne Halsform und sehr niedrige Saitenlage machen es möglich. Interessantes Detail ist, dass das Griffbrett nur bis zum 18. Bund bundiert wurde. Griffbrett und Bundstäbchen sind dabei perfekt und wie neu. Die ganze Gitarre ist stabil und sehr solide, außer ein paar kleinen Krakelierungen und feinen Lackrissen gibt es keine Fehler oder Schäden. Mit den bis zu vierlagigen Bindings um Boden, Decke, Schalllöcher und Griffbrett, dem fünfteiligen Sattel, der verzierten Kopfplatte, den fein ziselierten Mechaniken und der perfekt ausgeführten transparenten, braunschattierten Lackierung wurde die Gitarre äußerst aufwändig gebaut. Einziges nicht originales Detail sind die sechs Mechanikknebel, die irgendwann in einem langen Gitarrenleben einmal ausgetauscht wurden. So eine Gitarre war 1960 in der ehemaligen DDR gleichermaßen heiß begehrt wie unerreichbar. Denn die Mehrzahl der hochwertigen Instrumente wurde zur Devisenbeschaffung ins zahlungskräftige Ausland exportiert.

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 53 cm; Unterbug 42 cm, Taille 25,5 cm, Oberbug 31,5 cm; Zargenhöhe 5,5 cm; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,6 cm, am 12. Bund 5,6 cm; Gewicht 1.950 g; Saitenabstand 12. Bund 1-2 mm, verstellbar.

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