Rodebald Hoyer Alva, 1963

Instrument: Rodebald Hoyer, Modell „Alva“, gestempelt 117 63, also vom 11. Juli 1963. Dieses... mehr
Rodebald Hoyer Alva, 1963

Instrument:
Rodebald Hoyer, Modell „Alva“, gestempelt 117 63, also vom 11. Juli 1963. Dieses Modell wurde sowohl mit dem ALVA-Label (als papieraufkleber) als auch ohne verkauft. So oder so – beide Versionen sind abgesehen vom Label exakt baugleich. Das Modell war seinerzeit sehr beliebt und aufgrund seines kleinen 14“-Korpus als „Frauengitarre“ positioniert.

Material:
Der ganze Korpus ist aus Ahorn gebaut, Decke und Boden massiv, die Seiten laminiert. Auch der Hals besteht aus zwei längs verleimten Ahornstücken mit durchgehender Kopfplatte. Das Griffbrett ist aus Palisander mit fünf weißen und einer roten Perloid-Trapezeinlage. Die rote Einlage typisch Rodebald Hoyer im 12. Bund. Die Befestigung des Halses am Korpus geschieht mittels Stauffer-Legnani-System. Dazu passend die wunderschöne weiß-rote Perloid-Kopfplattenauflage und das cremeweiße Perloid-Schlagbrett. Der Steg besteht aus schwarz gebeiztem Birnbaum. Rund um den Korpus und um die Schalllöcher finden sich weiße Bindings, die Mechaniken sind die typischen offenen Dreiermodelle.

Geschichte:
Unbekannt. Aufgrund des Lack-Zustandes hat die Gitarre wohl die meiste Zeit im hellen Tageslicht verbracht. Wir erwarben sie als Teil einer Sammlung von einem renommierten westdeutschen Sammler, der sie in etwa 10 Jahre bei sich hatte.

Restaurierungsarbeiten:
Gründliche Reinigung innen und außen. Alle Lackflächen wurden sorgfältig auf Hochglanz ballenpoliert. Griffbrett und Bundstäbchen haben wir leicht abgezogen, das Holz dann geölt, die Bundstäbchen poliert. Die Mechaniken wurden vom alten Harz gereinigt, poliert und neu geölt. Die montierten Flatwound-Saiten waren noch einwandfrei, wir haben sie wieder montiert.

Aktueller Zustand:
Wir sprechen über Rodebald Hoyer, also müssen wir auch über die Qualität seines roten Lackes sprechen. Denn die Gitarren aus dieser Manufaktur sind dafür bekannt, extrem empfindlich auf Tageslicht, d.h. UV-Strahlung zu reagieren. So auch bei dieser Hoyer geschehen. Das Rot der ursprünglichen Black-Rose-Lackierung ist überwiegend verblichen und zu einem hell cognacfarbenen braun geworden. Dabei ist vor allem auf den Seiten ein geradezu kunstvolles Muster entstanden. Ob man es mag oder nicht – selbstverständlich ist dies nur oberflächlicher und völlig unbedenklich. Es gibt praktisch keine Lackrisse, die Oberfläche ist glatt und hochglänzend. Auch Kratzer und Dellen sucht man vergeblich, bis auf die UV-Schäden ist die Gitarre wirklich in Topzustand. Der Hals ist kerzengerade, die Saitenlage perfekt niedrig, Bundstäbchen und Griffbrett sind neuwertig. Wir haben den Verdacht, dass diese Gitarre weniger Spiel- als Dekorationsobjekt war. Der Klang ist sanft und harmonisch, holzig und sehr typisch alte Jazzgitarre. Nichts deutet darauf hin, dass man es „nur“ mit einer 14“-Gitarre zu tun hat. Alles funktioniert perfekt, alles ist stabil und voll belastbar. Wer sich mit der Optik anfreunden kann, hat hier einen Freund fürs Leben gefunden. In diesem Zustand ein Instrument mit neuzeitlicher Bespiel- und Belastbarkeit, perfekte Reise-Archtop und Sammlerstück in einem.

Maße:
Länge über alles 104 cm; Länge Korpus 49 cm; Unterbug 36,5 cm, Taille 23,5 cm, Oberbug 28,5 cm; Zargenhöhe 7,5 cm  am Hals, 8 cm am Unterbug; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,3 cm, am 12. Bund 5,1 cm; Gewicht 2.100 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm, verstellbar.

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