Gustav Glassl, 1959

1.099,00 € *

Zzgl. Versandkosten. Keine MwSt. wg. § 19 UStG.

Sofort versandfertig, Lieferzeit ca. 1-3 Werktage

  • 442
Instrument: Gustav Glassl, geb. 1923 in Schönbach, war Schüler von Franz Hirsch und einer der... mehr
Gustav Glassl, 1959

Instrument:
Gustav Glassl, geb. 1923 in Schönbach, war Schüler von Franz Hirsch und einer der besten Archtopbauer der deutschen Nachkriegszeit. Er hatte einen sehr individuellen, unverkennbaren Stil mit innovativen Gestaltungsideen. Er baute viele Gitarren für andere Marken und vermarktete die meisten seiner eigenen ohne Label. So wie diese: Unsere trägt kein Label, aber wir kennen die Geschichte genau! Natürlich hat sie auch alle weiteren, typischen Glassl-Merkmale wie die eindeutig geformte Kopfplatte mit den fünf Streifen oder die Schalllöcher mit einer schmalen und einer breiteren Spitze.

Material:
Die Decke ist aus massiver Fichte, der Korpus aus Ahorn! Der Ahornhals ist stabil längs verleimt und besteht aus drei Teilen, inkl. Kopfplatte aus einem Stück gefertigt. Außen Ahorn mit einem zentralen Mahagonistück. Mit dem Griffbrett haben wir also vier Teile, d.h. drei Leimfugen, das gibt Stabilität und macht einen Halseinstellstab entbehrlich. Dicke Bindings um Korpus, Hals und Schalllöcher, um die Decke mehrlagig mit schwarzem Zierstreifen. Palisandergriffbrett mit fünf Perloid-Trapezeinlagen und Jumbo-Bundstäbchen. Kopfplatte mit den typischen schwarz-weißen Streifen. Schwarz gebeizte Birnbaum-Brücke, Ebenholz-Sattel. Offene Messing-Mechaniken.

Geschichte:
Der Bubenreuther Teilehändler Franz Kirschnek arbeitete eng mit Gustav Glassl zusammen und bestellte Ende der fünfziger Jahre wieder einige Gitarren bei ihm, um sie unter seiner eigenen Marke „Troubadour“ in Skandinavien zu vermarkten. Aus der Familie Kirschnek nicht mehr bekannten Gründen wurde unsere Gitarre aber nicht ausgeliefert und blieb einfach in einem Regal im Lager liegen. Dunkel und mit entspannten Saiten – und zwar für 60 Jahre! Denn als der Handel mit Gitarren und Gitarrenteilen 1962 eingestellt wurde, wurden die betroffenen Lagerräume einfach zugesperrt! So konnten wir die Gitarre zusammen mit unzähligen Teilen im April 2019 übernehmen – gut erhalten, nie gespielt und im Quasi-Neuzustand. Zwei Lagerschäden hatte sie allerdings: Der Kunstsoff-Originalsattel war völlig zerbröselt und unbrauchbar. Und der Leim des Halsfußes war eingetrocknet und so hatte sich der Fuß gelöst.

Restaurierungsarbeiten:
Komplettreinigung, Korpus ausgeblasen, original Nitrolack von Korpus und Hals mit Ballenpolitur in mehreren Durchgängen aufgearbeitet. Es gibt diverse kleine Lackrisse und wunderschöne Krakelierungen im originalen Nitrolack. Das Griffbrett wurde geölt, die Bundstäbchen poliert. Den Hals haben wir wieder ordentlich eingeleimt und zusätzlich mit einem Holzdübel verstärkt, er wird sich nie mehr lösen. Den bröckelnden Sattel haben wir entfernt und einen aus Ebenholz nachgebaut. Schließlich wurden noch neue Saiten montiert und ein Setup durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Diese wunderschöne Glassl in klassischer Brown-Burst Lackierung mit Center Stripe ist in perfekt spielbarem Topzustand mit sehr niedriger Saitenlage. Unglaublich ist, dass diese Gitarre absolut unbespielt ist! Weder Griffbrett, noch Bundstäbchen, noch Schlagbrett haben irgendwelche Spielspuren, es gibt keinerlei Macken, Dellen oder Kratzer. Nur die vielen schönen Mikrorisse des alten Nitrolacks, das ist echte und wünschenswerte Patina bei einem 60 Jahre alten Instrument. Auch der Klang ist überzeugend: Sanft, holzig, mit schneller Ansprache und schön viel Tiefe – so einen Sound gibt es nur bei alten Gitarren. Ansonsten ist alles stabil und sehr solide und gut für die nächsten 60 Jahre. Dies ist ein echtes und aufgrund des einmaligen Original-Zustandes extrem seltenes Glassl-Sammlerstück. Soll man so etwas spielen oder in die Vitrine stellen? Wir meinen, mit diesem Klang und dieser perfekten Bespielbarkeit ist die Gitarre viel zu schade, um nur als Dekostück zu dienen. Eine Wertanlage ist sie allemal.

Maße:
Länge über alles 105 cm; Länge Korpus 51,5 cm; Unterbug 42 cm, Taille 25 cm, Oberbug 30 cm; Zargenhöhe 7,5 cm; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,1 cm, am 12. Bund 4,9 cm; Gewicht 2.020 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm, verstellbar.

Weiterführende Links zu "Gustav Glassl, 1959"
Zuletzt angesehen