Kurt/Heinz Seifert, Goldklang-Logo, um 1952

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Kurt/Heinz Seifert, Goldklang-Logo, um 1952

Instrument:
Dieses Instrument repräsentiert tatsächlich die Spitze des in den fünfziger Jahren Machbaren im Gitarrenbau. Es stammt aus der legendären Werkstatt von Vater Kurt und Sohn Heinz Seifert, welcher der beiden es gebaut hat, ist nicht mehr feststellbar, da Heinz anfangs den Stil seines Vaters nahezu unverändert weitergeführt hat. Und aus der Zeit kurz bevor der Betrieb wie viele andere Teil der Migma wurde. Es ist bekannt, dass die Seiferts Gitarren für das Handelshaus F&R Enders gebaut haben, diese waren die Inhaber der Marke Goldklang. Ein solches Instrument was damals für die meisten Menschen schlicht unerschwinglich, kostete es doch einen mehrfachen Monatslohn. Dementsprechend sind solche Exemplare extrem selten und fast nie zu bekommen – schon gar nicht in diesem herrlichen Zustand.

Material:
Diese Gitarre ist mit unglaublich hoher Handwerkskunst in allen Details aufwändig gefertigt. Decke und Rücken sind aus dem vollen Material handgeschnitzt und massiv, auch die Seiten sind massiv. Die Decke und der Rücken aus Fichte, die Seiten aus Ahorn. Der siebenteilig längs verleimte Hals besteht ebenfalls aus Ahorn, mit drei zentralen Mahagoni-Streifen. Hals und Kopfplatte sind durchgehend aus einem Stück gefertigt. Dazu ein Palisander-Griffbrett mit acht Celluloid-Einlagen mit jeweils zwei zusätzlichen schmalen Deko-Streifen. Die cremeweiße Celluloid-Kopfplatte ist mit schwarzen Ein- und Auflagen verziert. Ein kleines Kunstwerk für sich ist das Schlagbrett: Der Goldklang-Schriftzug ist in einer rechteckigen Vertiefung hochwertig eingearbeitet, es hat echte Bindings und eine typische Form, die das untere Schallloch ausspart. Fünflagig der Sattel, offene WARG-Mechaniken. Schwarz gebeizte Birnbaum-Brücke mit zwei hellen Zierstreifen und schönem Steg, der zwischen den Saiten ausgespart ist. Aufwändig handgefertigter Saitenhalter mit wunderschöner Ziselierung. Perfekt ausgeführte Lackierung mit Schelllack in braun-cognacfarbener Schattierung mit den in der damaligen Zeit beliebten „künstlichen“ Flamm-Streifen auf Rücken und Seiten. Die Halsrückseite ist klar lackiert. Überall aufwändigste, bis zu siebenlagige Bindings. Halsbefestigung mittels Stauffer-Legnani-System. Die Gitarre befindet sich bin hin zu den Messingschräubchen im Originalzustand!

Geschichte:
Unbekannt, wir erhielten sie als Teil einer kleinen Sammlung mit guter Substanz, aber völlig eingetrocknet mit Rissen, diversen losen Bindings und einem verzogenen, krummen Schlagbrett. Die Halsrückseite war vom unsachgemäßen Einsatz eines Kapodasters arg ramponiert. Die Seifert wurde länger nicht gespielt, das dürfte aber auch für ihre gesamte Zeit gelten, denn für eine mindestens 65 Jahre alte Gitarre findet man nur wenig Patina.

Restaurierungsarbeiten:
Zunächst haben wir den Korpus ausgeblasen und dann die Gitarre für einige Zeit in unseren Befeuchtungskeller mit konstant 80° Luftfeuchtigkeit gestellt. Da konnte sie sich langsam erholen und wieder genügend Feuchtigkeit aufnehmen. Anschließend haben wir alle losen Binding sowie Risse neu verleimt. Griffbrett und Bundstäbchen wurden gerichtet und geölt, bzw. poliert. Alle Lackflächen wurden retuschiert und aufwändig poliert. Die Halsrückseite haben wir vollständig abgeschliffen, bis alle Kapo-Spuren beseitigt waren und dann neu lackiert (Nitro-Cellulose). Auch die Mechaniken haben wir zerlegt, gereinigt und neu geölt. Das Schlagbrett haben wir behutsam wieder begradigt, den Seitenhalter gereinigt und poliert. Schließlich noch neue 11er Bronze-Saiten und eine Grundeinstellung – das war’s.

Aktueller Zustand:
Diese herrliche Seifert ist nun wieder in einem voll spielbaren Topzustand, dabei zu 100% original. Der schön glänzende Originallack und die wunderbar harmonische Farbgestaltung der Bestandteile, verbunden mit der wunderschönen leichten Patina sind eine Augenweide! Die Gitarre hat einen kräftigen, vollen Klang, sehr warm und holzig mit viel Volumen – hier hört man das massive Holz! Die Seifert muss während der letzten 65 Jahre überwiegend recht pfleglich behandelt worden sein, denn es finden sich nur wenige Beschädigungen, angesichts des Alters wirklich bemerkenswert. Es gibt diverse kleine Dellen und Kratzerchen, aber keine Lackrisse oder sonstige größere Abnutzungen.  Selbstverständlich gibt’s aber keine Brüche, Risse oder sonstige Beschädigungen mehr im Holz, alle Leimstellen sind bombenfest. Die Bespielbarkeit ist hervorragend mit angenehm tiefer Saitenlage. Griffbrett und Bundstäbchen sind perfekt, riefenfrei und neuwertig. Der Hals ist etwas kräftiger mit einer ausgeprägten D-Form mit eher eckigen Rundungen. Die Gitarre ist 100% geruchsfrei und sauber! Was die Seiferts hier mit beschränkten Nachkriegsmitteln geleistet haben, verdient allerhöchsten Respekt! In diesem Zustand ein wunderbar zu spielendes Instrument, aber auch eine sehr seltene Gelegenheit für seriöse Sammler. Ein Stück deutsche Gitarrengeschichte und mit Sicherheit eine gute Wertanlage.

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 52 cm; Unterbug 42 cm, Taille 26 cm, Oberbug 30 cm; Zargenhöhe 8,5 cm; Mensur 63,5 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,3 cm, am 12. Bund 5,3 cm; Gewicht 2.370 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm (einstellbar).

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