Marma Jazz, 1964

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Instrument: Eine Jazz-/Schlaggitarre von 1964 in der damals für Ostdeutschland bzw. die DDR... mehr
Marma Jazz, 1964

Instrument:
Eine Jazz-/Schlaggitarre von 1964 in der damals für Ostdeutschland bzw. die DDR typischen Bauform: Sie sieht aus wie eine Archtop, ist aber keine, denn Decke und Boden sind nicht klassisch gewölbt. Stattdessen insgesamt leicht rund über die Zargen verbaut, diese sind 7,5 cm am Hals, 8,5 cm in der Korpusmitte und 7 cm am Korpusende breit.

Material:
In bester Geigenbauertradition ist die Gitarre komplett aus Ahorn gebaut: Decke, Zargen und Boden sowie der aufwändige, dreiteilig längs verleimte Hals, inkl. Kopfplatte aus einem Stück gefertigt. Das Griffbrett ist aus Palisander und hat sieben große, cremeweiße Trapezeinlagen. Aufwändige, bis zu fünf Lagen starke Bindings um Korpus, Hals, Kopfplatte und Schalllöcher. Schönes, zweifarbiges, ebenfalls aus mehreren Lagen gefertigtes Schlagbrett, mehrlagiger Sattel. Dazu offene Mechaniken und der typische, schöne ostdeutsche Saitenhalter. Diese Gitarre ist insgesamt sehr aufwändig und hochwertig gebaut.

Geschichte:
Marma steht hier nicht, wie man vielleicht meinen könnte, für Markneukirchen, sondern für Musikhaus am Rhein, Mainz! Die Firma wurde dort 1920 von Karl Bauer gegründet, hatte aber bereits in den zwanziger Jahren eine Zweigstelle im Vogtland. Nach dem 2. Weltkrieg zog die Firma dann ganz nach Markneukirchen, da die alten Geschäftsräume der Hauptfiliale in Mainz ausgebombt waren. Dort wurde sie dann Teil der sozialistischen Planwirtschaft und stellte noch jahrelang hochwertige Instrumente her. Die Geschichte unseres Instruments kennen wir nicht, es kam wie so viele als Teil einer größeren Sammlung zu uns. Viel erlebt haben dürfte sie nicht, der nahezu makellose Zustand spricht eher für eine behagliche Wohnzimmerkarriere. Wann und warum allerdings alle sechs Mechanikgriffe abmontiert wurden, wissen wir nicht.

Restaurierungsarbeiten:
Bis auf die fehlenden Mechanikgriffe kam die Gitarre schon fast perfekt zu uns. Wir haben sie innen und außen gereinigt, alle Lackflächen poliert, Bundstäbchen und Griffbrett abgezogen und poliert bzw. geölt und alle Hardwareteile hochglanzpoliert. Die Mechaniken haben wir überholt, die fehlenden Griffe durch sechs alte, aber nie benutzte aus unserem bestand ersetzt. Das leicht verformte Schlagbrett haben wir gerichtet. Die bei der G-Saite zu weit ausgefeilte Sattelkerbe haben wir mit hartem, weißem Kunststoff aufgefüllt, die Saitenspreizung passt nun wieder perfekt. Schließlich noch neue Saiten aufgezogen, alle Grundeinstellungen durchgeführt und damit war der Job getan.

Aktueller Zustand:
Die 100% saubere und geruchsfreie Gitarre ist eine echte Schönheit. Der alte Nitrolack glänzt immer noch wie neu, die Farbverläufe sind perfekt ausgeführt, Fehler oder Schäden gibt es nicht. Für ihre inzwischen fast 60 Jahre ist die Gitarre in kaum zu glaubenden Topzustand. Griffbrett und Bundstäbchen sind einwandfrei, zeigen kaum Abnutzung und sind noch für viele Jahre gut. Auf dem Schlagbrett gab es wohl einmal den schwarzen Marma-Schriftzug, gegen das Licht kann man ihn noch erkennen, er ist aber nicht mehr vorhanden. Die Gitarre ist sofort voll spielbar, der Saitenabstand beträgt hervorragende 1-2 mm am 12. Bund. Der Sound ist wunderbar warm und holzig, sehr ausgewogen und trotzdem durchsetzungsfähig mit schneller Ansprache. Dies ist ein Player für alle Tage mit sehr viel Flair oder ein seltenes, wunderschönes Sammlerstück.

Maße:
Länge über alles 104 cm; Länge Korpus 50 cm; Unterbug 39,5 cm, Taille 23,5 cm, Oberbug 29 cm; Zargenhöhe 7,5 (Hals), 8,5 (Mitte Korpus), 7 cm (Gurtpin); Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,3 cm, am 12. Bund 5,3 cm; Gewicht 2.150 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm (einstellbar).

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