Musima Record 15, um 1965

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Instrument: Seinerzeit die teuersten Ost-Jazzgitarren, die man kaufen konnte, heute... mehr
Musima Record 15, um 1965

Instrument:
Seinerzeit die teuersten Ost-Jazzgitarren, die man kaufen konnte, heute hochwertigste Raritäten: Die Musima Record ist immer noch der Maßstab aller Gitarren vom damals größten europäischen Musikinstrumenten-Hersteller. Das Modell Record war dreißig Jahre lang das Spitzenmodell der ostdeutschen Archtops.

Material:
Die Bauweise folgt auch Mitte der sechziger Jahre immer noch dem Entwurf von Wenzel Rossmeisl (Roger): Die dreischichtige Bauweise ist als „German Carve“ in die Gitarrenbau-Geschichte eingegangen. Die Decke ist dreiteilig aus massiver Fichte mit einem inneren Mahagonistreifen; der Boden in gleicher Bauart aus massivem, herrlich geflammtem Ahorn und ebenfalls einem Mahagonistreifen. Die Seiten bestehen aus massivem, geflammtem Ahorn. Insgesamt eine wunderbare Form mit Hohlkehle. Fünfzehnfach gesperrter Hals, sehr aufwändig inkl. Kopfplatte und Halsfuß aus einem Stück gefertigt! Die äußeren Streifen sind Ahorn und Mahagoni, in der Mitte wurde ein etwas breiterer Streifen Birnbaum verarbeitet. Im Inneren des Halses ist eine Halsverstärkung aus Aluminiumprofil eingearbeitet. Das Ebenholz-Griffbrett hat die typischen Musima-Einlagen aus echtem Perlmutt, sowie dreieckige Side-Dots, Zierstreifen und ein aufwändiges Binding. Dazu passend die dicken, bis zu acht Lagen starken und dreifarbig gestalteten Bindings. Das Schlagbrett besteht aus gestocktem Ahorn (Spalted Maple) und hat ebenfalls ein mehrlagiges, dreifarbiges Binding. Mehr Aufwand geht kaum. Offene WARG-Mechaniken, ein massiver Saitenhalter von ABM-Müller und eine kompensierte Palisander-Böckchenbrücke.

Geschichte:
Unbekannt, wir erhielten sie von einem renommierten deutschen Sammler, allerdings haben wir nur selten eine derart verbastelte und vermurkste Gitarre gesehen. Der Hals saß schief und wackelig im Korpus, als Mechaniken dienten billige neue Fernost-Ersatzteile, Saitenhalter war ein Roger-Nachbau, das Schlagbrett wurde von einem Baumarkt-Winkel gehalten. Es gab kein originales Stück Hardware mehr an dieser Gitarre. Der Lack war fast völlig weg, stumpf und vergraut, die Halsrückseite schlimm verschrammt, an der oberen Zarge klaffte ein Bohrloch, vermutlich war da mal ein Regler eingesetzt. Unten schienen dutzende Gurtknöpfe montiert zu sein, so viele alte Löcher haben wir noch nie an einer Gitarre gesehen. Die Brücke war ebenfalls ein billiges Ersatzteil. Wie kann man so etwas mit so einer edlen Gitarre machen? Der Sammler versicherte uns ausdrücklich, er sei das nicht gewesen, wir kennen ihn und glaubten ihm das sofort. Zumal wir seine Record schon länger im Visier hatten, um diese „Verbrechen“ zu beseitigen. Die Basis der Gitarre war natürlich hervorragend und wunderbar eingespielt. Diese mächtigen Instrumente sind sowieso gebaut für die Ewigkeit.

Restaurierungsarbeiten:
Komplettreinigung inkl. Ausblasen des Korpus. Fernost-Mechaniken durch offene, ostdeutsche WARG von Anfang der Sechziger ersetzt, optisch wie konstruktiv perfekt passend. Alle Lackflächen gereinigt und neuen Nitro-Polierlack in mehreren Stufen aufgebracht. Halsrückseite abgeschliffen und ebenfalls mit Polierlack neu veredelt. Halsfuß und Halstasche angepasst, Hals ausgerichtet und korrekt neu eingeleimt. Die vorhandene Stauffer-Befestigung durch Zentralschraube war ausgebrochen und konnte nicht mehr repariert werden. Ein passendes Schlagbrett wurde aus gestocktem Ahorn angefertigt und aufwändig mit passenden Bindings versehen. Der verchromte Haltebügel kommt aus unserem Fundus. Auch der massive Lyra-Saitenhalter stammt aus unserem Lager, ebenso die kompensierte Palisanderbrücke. Griffbrett und Bundstäbchen wurden abgerichtet, geschliffen und eingeölt bzw. poliert. Das alte Reglerloch wurde geschlossen und retuschiert. Abschließend noch neue 11er Bronze-Saiten von Pyramid und eine Grundeinstellung – es hat sich gelohnt.

Aktueller Zustand:
Diese wunderschöne Record ist nun wieder in einem authentischen und zeitgemäßen Topzustand. Natürlich entspricht die Hardware nicht dem ostdeutschen Originalzustand, stammt aber aus der Zeit und ist authentisch. Die wieder schön glänzenden Oberflächen und die wunderbar harmonische Farbgestaltung der Bestandteile sind eine Augenweide! Durch die komplette Aufarbeitung gibt es keine Spielspuren mehr. Die überholten New-Old-Stock-Mechaniken funktionieren perfekt. Die Gitarre hat einen sehr schönen Klang – hier hört man das massive Holz und die vielen Stunden, die die Gitarre gespielt wurde! Warm, holzig, dabei laut und durchsetzungsfähig, so etwas findet man nur bei alten und eingespielten Gitarren. Der offenporige und minimal invasive Polierlack limitiert den Klang in keinster Weise. Selbstverständlich gibt es keine Brüche, Risse oder sonstige Beschädigungen im Holz, alle Leimstellen sind bombenfest. Die Bespielbarkeit ist hervorragend mit angenehm tiefer Saitenlage. Griffbrett und Bundstäbchen sind riefenfrei und neuwertig. Die Gitarre ist 100% geruchsfrei und sauber! In diesem Zustand ein wunderbar zu spielendes Instrument und wieder für viele Jahre einsatzbereit.

Maße:
Länge über alles 108 cm; Länge Korpus 53 cm; Unterbug 42,5 cm, Taille 26 cm, Oberbug 31 cm; Zargenhöhe 7 cm; Mensur 64 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,4 cm, am 12. Bund 5,2 cm; Gewicht 3.020 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm (einstellbar).

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