Hopf/Fasan Jazz, 1959

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Hopf/Fasan Jazz, 1959

Instrument:
Diese schöne Gitarre wurde von der Firma Hopf in Taunusstein vertrieben, stammt aber aus Nauheim aus der Manufaktur von Franz Sandner (Fasan). Hopf fertigte schwerpunktmäßig hochwertige Konzertgitarren und selbst nur wenige Jazzgitarren. Das damalige Sortiment wurde von unterschiedlichen Herstellern wie Hüttl, Glassl, Pretz, Alosa und wie hier Sandner zugekauft und entweder ungelabelt oder unter dem Namen Hopf vermarktet. Sie ist ein sehr typischer Vertreter aus der großen deutschen Jazzgitarrenzeit. Optisch folgt sie der viel teureren und berühmteren Hopf 316 von Gustav Glassl, ist also eine „Poor-Mans-Glassl“.

Material:
Die Gitarre ist komplett aus laminiertem Ahorn gefertigt – eine typische Geigenbauergitarre. Der Hals ist aus drei Ahornstreifen längst verleimt. Er hat ein Griffbrett aus schönem Palisander mit fünf Rechteckeinlagen aus Perloid. Die weiß marmorierte Perloid-Kopfplatte ist extravagant mit zwei schwarzen Keilen und silbernen Zierstreifen dekoriert. Dazu passend auch das wunderschöne Perloid-Schlagbrett im „umgedrehten“ Klira-Stil. Die Brücke besteht aus schwarz gebeiztem Birnbaum. Um den Korpus, die Cats-Eye-Schalllöcher und den Hals finden sich cremeweiße Bindings. Offene Messing-Mechaniken. Die Lackierung ist im damals sehr beliebten schwarz-roten Black Rose Design ausgeführt und hat auf dem Rücken und den Seiten eine auflackierte, schwarze „Maserung“. Dieses Stilelement findet sich eher bei den ostdeutschen Gitarrenbauern, wurde vereinzelt aber auch im Westen verwendet.

Geschichte:
Die Gitarre wurde von Ihrem Erstbesitzer 1959 im jugendlichen Alter neu gekauft. Mitte der sechziger Jahre wurde dann zum besseren Einsatz in der Band „Die Spirits“ eine Schaller-Tonabnehmerplatte und ein ABM-Müller Saitenhalter mit Tremolo montiert. Ein Bild von damals mit zeitgemäßem Verstärkerturm haben wir ebenfalls angehängt. Der originale Saitenhalter sowie das Schlagbrett sind in der Folge verloren gegangen. Als es mit der Rockstar-Karriere nichts wurde, verschwand die Hopf im Schrank, der Besitzer spielte seit den späten siebziger Jahren nur noch für den Hausgebrauch und nur noch eine Konzertgitarre. Irgendwann verschenkte er die Tonabnehmerplatte an einen interessierten Nachbarn. Nach seinem Tod 2020 bekamen wir die Gitarre angeboten, dank der jahrelangen dunklen Lagerung mit entspannten Saiten immer noch in sehr gepflegtem Topzustand und sofort spielbar.

Restaurierungsarbeiten:
Vollständig zerlegt und aufwändig gereinigt, Korpus ausgeblasen, Original-Nitrolack mit Ballenpolitur in mehreren Durchgängen aufgearbeitet – er glänzt wieder traumhaft schön. Die Bundstäbchen wurden poliert, das Griffbrett abgezogen und geölt. Ein paar kleine Druckstellen am Halsrücken von einem alten Kapodaster stören überhaupt nicht, wir wollten den Originallack deshalb nicht erneuern. Die schwarz angelaufenen Messing-Mechaniken haben wir inkl. Messing-Hülsen aufgearbeitet, wieder zum glänzen gebracht und poliert, abschließend geölt. Aus unserem Bestand wurden ein massiver, nie benutzter ABM-Müller-Saitenhalter von 1960 und ein Schlagbrett aus der gleichen Zeit (siehe Kirschnek-Expertise) montiert. Abschließend haben wir noch neue 11er-Bronze-Saiten von Pyramid montiert und eine Grundeinstellung durchgeführt.

Aktueller Zustand:
Oft wurden diese Cats-Eye-Modelle nicht verkauft, deshalb sind sie heute ziemlich selten. Insbesondere Gitarren in diesem herrlichen Zustand findet man nicht mehr oft. Die dreifarbige Optik in den Grundtönen rot, weiß und schwarz ist sehr elegant und harmonisch. Die Hopf hat fast keine Patina und nur sehr wenige Gebrauchsspuren. Auf dem Rücken gibt es einige winzige, völlig unbedenkliche Lackrisse, an den Seiten ein paar winzige Dellen, dazu die Kapospuren – das wars. Für 61 Jahre und eine – wenn auch kurze – Band-Karriere ist das praktisch nichts. Natürlich ist die Gitarre wieder blitzsauber und geruchsfrei, alle Leimstellen sind bombenfest. Griffbrett und Bundstäbchen sind einwandfrei. Der alte Hals spielt sich einwandfrei und ohne Einschränkungen, leicht und neuzeitlich, auch dank der niedrigen Saitenlage. Der Klang ist warm und holzig, harmonisch und ausbalanciert, dabei viele Stunden eingespielt, offen, laut und durchsetzungsfähig. Die Gitarre ist sofort uneingeschränkt einsetz- und belastbar, aber vor allem auch eine günstige Gelegenheit für Sammler.

Maße:
Länge über alles 106 cm; Länge Korpus 52 cm; Unterbug 41 cm, Taille 25 cm, Oberbug 30 cm; Zargenhöhe 8 cm; Mensur 64,5 cm (Nullbund bis Steg); Breite Griffbrett am Nullbund 4,3 cm, am 12. Bund 5,3 cm; Gewicht 2.060 g; Saitenabstand 12. Bund 2 mm (einstellbar).

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