Salongitarre aus Mittenwald, um 1900

899,00 € *

Zzgl. Versandkosten. Keine MwSt. wg. § 19 UStG.

Sofort versandfertig, Lieferzeit ca. 1-3 Werktage

  • 224
Instrument: Wunderschöne, äußerst aufwändig verarbeitete, unsignierte kleine Salongitarre mit... mehr
Salongitarre aus Mittenwald, um 1900

Instrument:
Wunderschöne, äußerst aufwändig verarbeitete, unsignierte kleine Salongitarre mit Nylonsaiten. Gebaut von einem unbekannten süddeutschen Meister, höchstwahrscheinlich in der Mittenwalder Gegend und irgendwann zwischen 1890 und 1910. Alter und Herkunft wurden von führenden deutschen und österreichischen Experten auf Basis von Randeinlagen, Kopfanschäfter, Halsfuss und Stegenden bestätigt. Man beachte z.B. die große Ähnlichkeit der individuell angefertigten Randeinlagen mit solchen des Mittenwalder Meisters Thomas Simon. Ein Rätsel bleiben die Mechaniken - sie stammen sicher von einem vogtländischen oder böhmischen Mechanikmacher, etwa um 1900. Betrachtet man die darunter liegenden Schraubenlöcher und Abdrücke, scheinen sie aber zur Originalausstattung zu gehören und nicht später einmal montiert worden zu sein. Vielleicht hat hier einmal ein Koffer voller Ware bei einer Handelsreise den Weg ins Süddeutsche gefunden… Sehr interessant auch der gewölbte Rücken, der der Gitarre eine leicht bauchige Form verleiht.

Material:
Die Decke besteht aus einem massiven Stück sehr feinjährigen Fichtenholzes. Zargen und Boden sind ebenfalls massiv aus geflammtem Ahorn, alle ebenfalls aus je einem massiven Stück. Der Hals ist aus Ahorn und hat ein Griffbrett aus Palisander mit vier echten Perlmutt-Punkteinlagen. Kopfplatte und Hals sind schwarz lackiert. Um den Korpus und das Schallloch aufwändige, teils bis zu siebenlagige Bindings. Wunderschöne Brücke im Stile der Zeit aus Palisander. Ebenholz-Saitenstecker mit Knochen-Punkteinlage. Fein ziselierte Mechaniken aus vernickeltem Messing mit Knochenknebeln. Großer Ebenholz-Gurtknopf.

Geschichte:
Unbekannt. Wir erwarben sie – obwohl nicht unser Spezialgebiet – von einem renommierten Sammler als Teil eines größeren Konvoluts.

Restaurierungsarbeiten:
Als wir sie bekamen, waren alle Metallteile komplett schwarz angelaufen, im Inneren schlummerten  ganze Wollmaus-Generationen, Saiten waren nicht mehr montiert. Die arg verschrammte Kopfplatte haben wir dezent überlackiert. Wir mussten das Instrument ansonsten nur gründlich reinigen, ballenpolieren, den Korpus ausblasen, das Griffbrett einölen, Bundstäbchen und Stegauflage polieren und einen Satz neue Pyramid-Nylonsaiten aufziehen.

Aktueller Zustand:
Dieses seltene Sammlerstück ist angesichts des hohen Alters von über 100 Jahren in einem echten Traumzustand. Man sieht, dass es nur sehr selten gespielt wurde. Leider hat der Erbauer die Gitarre nicht signiert, also bleiben die genaue Herkunft und das Baujahr im Dunkeln. Bis auf ein paar unbedeutende Dellen und Kratzerchen gibt es keine Schäden und keine gravierende Abnutzung. Der Hals ist gerade, der Saitenabstand gut, die Kleine spielt sich kinderleicht, wenn man sich ein wenig mit der kurzen Mensur vertraut gemacht hat. Der Klang ist überraschend gut, bei dem kleinen Korpus erwartet man viel weniger. Sehr ausgewogen harmonieren Bässe und Höhen miteinander, der Klang füllt tatsächlich jeden, auch modernen „Salon“. Ein Muss für spezialisierte Sammler, aber auch eine Ergänzung des Setups vielseitiger Gitarristen.

Maße:
Länge über alles 84 cm; Länge Korpus 40 cm; Unterbug 28,5 cm, Taille 17,3 cm, Oberbug 22 cm; Zargenhöhe 6,5 cm am Unterbug, 8 cm in Taillenhöhe, 7 cm am Hals; Mensur 54,5 cm (Sattel bis Steg); Breite Griffbrett am Sattel 4,3 cm, am 12. Bund 5,1 cm; Gewicht 890 g; Saitenabstand 12. Bund 3 mm.

Weiterführende Links zu "Salongitarre aus Mittenwald, um 1900"
Höfner 495 S von 1963 Höfner 495 S von 1963
729,00 € 899,00 €
Zuletzt angesehen